Dienstanweisungen. . .

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...rufen stets ein unterschiedliches Echo bei den Angewiesenen hervor. Gerade in Behörden sollen solche Schreiben ja eine Routineangelegenheit sein, die man ebenso routiniert ignoriert. Von Dienstanweisungen hat Uhlenköper schon viel gehört, immerhin arbeitet ein Bekannter von ihm im öffentlichen Dienst.

Und immer wieder findet es Uhlenköper eindrucksvoll, wie offenbar ganze Heerscharen von Mitarbeitern damit beschäftigt sind, irgendwelche völlig normalen Arbeitsvorgänge oder -änderungen in schriftlicher Form festzuhalten – und dabei offenbar überhaupt nicht das Gefühl zu haben, dass sie etwas Eigentümliches tun. Ein Beispiel: An Uhlenköpers Arbeitsplatz steht ein Computer, dessen Tastatur er regelmäßig reinigt.

Das wäre ihm kein weiteres Wort wert. Anders in der Behörde des Bekannten: Dort machte eine schriftliche Anweisung die Runde, dass die Tastatur immer dann zu reinigen sei, wenn sie verdreckt ist. Wobei die Häufigkeit des Reinigungsprozesses davon abhänge, wie schnell und wie stark die Tastatur verdrecke. Zum Reinigungsvorgang als solchem sei dafür speziell hergestelltes Reinigungsspray zu benutzen, das beim Hausmeister in schriftlicher Form beantragt werden könne. Vergessen wurde allerdings der Hinweis, wie man denn erkennt, in welchem Stadium der Verunreinigung sich die Tastatur befindet. Aber es würde ihn nicht wundern, wenn es dazu bald ein ergänzendes Rundschreiben gibt, kommt aus dem Grübeln nicht mehr heraus der Uhlenköper.

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