Danzen föher und hüt

De Tieden as dat up de Döörper Danzmusik gäw, sind all lang vörbi. Wenn de Muskanten eenen vör de Döör spält harn, güng dat Nameddags los mir Kinnerdanz.

Wat hett man vör eenen Spaß hat, wenn denn de Dörpskapell de schönen olen Dänze spält hebbt. „Walzer, Polka, Rheinländer, Schieber, Schotsch, Marsch und wie de Dänze heeten dän.

Wat hebbt wie mitsungen wenn se Wiener Walzer spält hebbt: „Waldeslust,“ „Lustig is dat Zigeunerläben,“ „Schön ist die Liebe im Hafen,“ oder „Einen Walzer für dich und für mich.“

Bi de Dänze wie: „Langsamer Walzer,“ „Tango und „Slow,“ könn man good schmuusen.

Kiekst du hüt bin danzen to, denn staht de dor, ohne sik antofaaten, makt Verrenkungen, kiekt sik an und nennt dat denn Danzen. Allerdings fangt se jetzt wedder mehr an in Danzschoolen, neben de modernen Dänze wie Rumba, Twist usw, ok mehr Standarddänze to öben.

Is doch eegentlich schade, dat de nich uns schönen Volksdänze mit erläwt hebbt wie: „Windmüller,“ „Tampede,“ „Kontra achterrüm.“

Een Spruch seggt: „De Welt de ändert sik, bliwt nich bestahn, musst jümmer mit de Tied mitgahn,“ und dat is je ok richtig. Moderne Latin-Amerikanische Dänze hebbt je ok ehren Reiz. Wenn de good danzt ward, is dat ok schön antosehn.

Trotzdem freu ik mik, dat ik noch mit erläwt heff, wenn wie bi’n Mondscheinwalzer, „Guter Mond du gehst so stille,“ dat Licht utknipst wör, oder wenn wie danzen dän, „Wenn hier een Putt mit Bohnen steiht und dor een Putt mit Brie,“ oder mit den Füßen geht es trap, trapp, trapp, einmal hin einmal her,“ denn ordentlich mit’n Hacken up’n Saal perren dän. Mitsungen hebbt wie bi; „O Hannes wat een Hoot, de Hoot de hett een Daler köst oder „Gah von mi.“

Bi „Herr Schmidt,“ Herr Schmidt, he sitt in Schapp und itt,“ hebbt wie sungen, „he sitt in Schapp und schitt.“

Hüt küsst man sik je öwerall, domals harn wie nur de Möglichkeit bi’n „Küssendanz,“ vör aller Ogen to küssen.

Kann man sik noch erinnern an dan „Bessendanz,“ wo man, wenn man keene Dame affkrägen har, mit dan Bessen danzen möß?

Marschwalzer ward ok hüt noch bi Festlichkeiten öfters speelt. Dat is de beste Möglichkeit, de „Pflichtdänze,“ wie dat je heet, de man je maken mutt, nah to halen.

Natürlich giwt dat hüt ok ümmer nee’e Schlager de sik good anhört. Danzen is gesund, dat deiht dan Körper good und bringt ok Freude.

. Eens aber dat stört eenen, fröher har man keene elektrischen Verstärker, de Musik wär noch original. Hüt is doch dat so luut. Heff all mal nahdacht, ob de Kapellen woll von de Hörgeräte-Hersteller Prämie kriegt, denn in poor Johr möt de, de öfters to de groden modernen Danzveranstaltungen gaht, bestimmt Hörgräte hem.

Een Geschicht ut de oole Tied, de fröher vertellt wör: Domals gäw dat Lüüd , de können bin Walzer danzen sik ganz dull dreihen, egal ob Walzer links rüm oder rechts rüm. Sä doch mal een Deern to ehren jungen Dänzer: „Mann, du kannst je fix danzen, aber warüm danzt du eegentlich ümmer nur rechs rüm?“ Do meen de: „Dat geiht leider nich anders, miene sööte Deern. ik heff een Holtbeen, dat dreiht sick rut wenn ik anners rüm danz.“.

Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimat- dichter über Land und Leute der hiesigen Region. Die AZ-Kolumne „Dütt un Datt up Platt“ finden Sie auch im Internet unter az- online.de/ kolumnen.

Von Carl Friedrich Bautsch

Kommentare