Brötchenpries – Brötchentaste

Von eenen Brötchen, kriggt de Buur hüt blos 0,5 Cent vör Mehl aff. 1950 hebbt de Lüüd 44 Prozent von ehren Verdeenst för Nohrung affgeben, hüt sind dat blos noch 13 Prozent.

1958 kösten de Brötchen 5 Penn. De Duppelzentner Roggen DM 45.80. Vör eenen Duppelzentner Roggen könn ik domals 812 Brötchen kööpen, hüt hüt knapp 70. De Nohrungmittelpriese bestimmt hüt nich de Buurn, sonderm de Politiker und 5 oder 6 groode Lebensmittelkonzerne.

In uns hütige Welt aber dreiht sik alles nur üm’t Geld! Banken makt Schulden, gaht pleite und de Dussels, de nich uppast hebbt, kriegt dorvör noch Pension und Provisionen in Millionen.

Nu heet dat, weil de Getreidepries endlich bet’n beeder ward, mut de Brötchenpries erhöht warn, Wenn de Andeel in Brötchen vön Mehl 0,5 Cent west is, sind dat hüt noch nich mal 0,6 Cent. Hebbt jü all mal hört, wenn de Getreidepries falln is, dat de Brötchen billiger worn sind?

In Bämsen möt de Lüüd von Land nu ok noch vör parken bin Brötchen halen, mehr Geld utgäben. Wie fein wär dat mit de Brötchentaste, 30 Minuten free und du könnst Brötchen oder wat anders köppen.

Een Deel von de Ratsherrn meent, dor könnt wie ok noch Geld an verdeenen, also sind nur noch 15 Minuten free. Jetzt dörf dat je nich mehr Brötchentaste heeten, jetzt mut dat „Galopptaste“ heeten.

Wenn in de Innenstadt jüst mal dree Mann vör dik bedeent ward, oder wullt noch von de Apotheke wat affhalen, musst du dik aber beiilen, süss hest du eenen Zettel an de Schiew.

Ick glöw de Ratsherrn hebbt dacht, wie sind Kurstadt und möt sehn, dat wie de olen Lüüd dat loopen, dat rönnen bibringt, is je gesund.

Mal ehrlich, gönnt man jüm denn dat kotte Inköpen in de Innenstadt nich mehr?

30 Minuten wär för de nich in Bämsen wahnenden hiesige Lüd eene feine Saak.

Nu möt se betalen, oder se möt in de Inkööpscenter föhrn, dor is je parken free. Man mut sik nich wundern, wenn bald noch mehr Ladens in de Innenstadt to makt.

Ob de Ratsherrn bi de nächsten Wahl ok an de Lüüd, vör allen de oolen Lüüd denkt, de hier wahnt und nich blot an Kurgäste?

Inkassiern is leicht, spoorn aber schwor. Wat wär de Brötchentaste vör eene Erfolg,

ob de Galopptaste soveel Geld inbringt, weet ik nich..

Fröher wie de groode Park- und Marktplatz boot wör, wärn wie stolz dat man in Bämsen direkt an de Innenstadt ümsüss parken könn. Wör domal as Werbung vör Bad Bevensen bekannt makt. Wie woll’n de Tagegäst hem’.

Ik denk, wenn man in Bämsen ok, so wie in de to Stadt gehörenden Dörper nachts all seit Johren de Fall is, eenige von de veelen Lampen utknipsen dän, könn man mehr spoorn as, wie de Brötchentaste to Galopptaste to maken.

Lat jük aber nich bi’ Föhstück und Zeitung läsen dan Appetit verdarben, dat brukt jü nich in Galopp to maken.

Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimat- dichter über Land und Leute der hiesigen Region. Die AZ-Kolumne „Dütt un Datt up Platt“ finden Sie auch im Internet unter az- online.de/ kolumnen.

Von Carl Friedrich Bautsch

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