Ein böses Ende...

. . . hat es scheinbar mit dem Langohr genommen. Jenem, von dem unser Mann an dieser Stelle schon einmal berichtet hatte, weil es seine kleine grüne Welt direkt vor den Redaktionsfenstern bezogen hatte: eine Wiese, am Rand mit Büschen und einer großen Straßenkreuzung.

Denn seit fest drei Wochen gibt es von dem Wildkaninchen keine Spur mehr. Weg, futsch, einfach verschwunden ist es. Eines Tages hoppelte es einfach nicht mehr übers Grün. Und Uhlenköper schwante Böses: bestimmt war der niedliche Nager unter die Räder gekommen, aber ein plattes Fellbündel auf dem Asphalt hat er noch nicht entdeckt. Dann ist es vielleicht der kecken Katze zum Opfer gefallen, die hin und wieder ums Haus schleicht. Aber die sieht eigentlich viel zu harmlos aus, als dass sie eine Mörderin sein könnte. Bleibt der Verdacht, dass sich der kleine Rammler vielleicht eine gemeine Hasenkrankheit eingefangen hat und in seiner Erdhöhle dahin geschieden ist. Alles sehr traurige Vorstellungen, die da in Uhlenköpers Kopf herumschwirren. Deshalb hat er entschieden, seinem Kollegen zu glauben, der das sehnsüchtige Nach-draußen-Blicken unseres Mannes offenbar nicht mehr ertragen konnte. „Mach dir keine Sorgen“, hat er im Brustton der Überzeugung gesagt, „der Kleine hat bestimmt eine Hasenfrau kennengelernt und ist mit der jetzt durchgebrannt. “ Hoffen wir’s, denkt.

Kommentare