Wochenrevue

Blitzer, Pusten und Schutzengel

Diane Baatani

Ständig gibt es neue Nachrichten über betrunkene Lastwagen-Fahrer. In Westerweyhe hat ein Mann mit einigen Promille im Blut mit seinem Sattelzug die Kurve auf der Straße Altes Dorf nicht gekriegt und einen Zaun umgelegt.

Jede Mutter und jeder Vater in Westerweyhe kann froh sein, dass ihre Kinder nicht gerade auf dem Schulweg an der Straße „Altes Dorf“ unterwegs waren. Und auf der Raserstrecke im Landkreis Uelzen – der Bundesstraße 71 – ist der alkoholisierte Fahrer eines Transporters aus Hanstedt II für den Tod einer 17-jährigen Moped-Beifahrerin verantwortlich.

Hinter diesen Unfallzahlen stehen Schicksale. Familien, die trauern. Und Personen, die Schäden zu beklagen haben. Wenn dann herauskommt, dass die Fahrer häufiger alkoholisiert unterwegs sind – ob Berufsfahrer, Fahrlehrer oder private Fahrer –, ist das besonders bitter für die Betroffenen. Und wenn herauskommt, dass alle Welt um das Alkohol-Problem weiß und trotzdem dabei zusieht, wie diese Fahrer sich schwankend hinter das Lenkrad klemmen, ist das besonders brisant.

Da engagieren sich schon nüchterne Jugendliche als Schutzengel und übernehmen das Autofahren, um ihre Freunde und andere Verkehrsteilnehmer zu schützen. Im Umfeld des Hanstedters, in den Vereinen hat diese Prävention offensichtlich nicht funktioniert. Und sicherlich war der Mann nicht der einzige, der sich mit Hochprozentigem amüsiert hat. Sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben, hilft nicht. Wichtig ist nun, nach vorne zu schauen und zu überlegen, wie sich solche Unfälle vermeiden lassen. Die Polizei misst regelmäßig auf einer Strecke der B 71 zwischen Wellendorf und Groß Ellenberg, auf der sich Pkw- und Lkw-Fahrer riskante Rennen liefern, die Geschwindigkeiten. Die Beamten überlegen, welche Konsequenzen sie ziehen können. Dass es letztendlich die Verkehrsteilnehmer selbst sind, die für die Sicherheit auf Uelzens Straßen verantwortlich sind, darf aber nicht in Vergessenheit geraten. Vielleicht müsste ein Pusten für jeden Lkw-Fahrer vor Fahrtantritt – wie etwa in den USA – Pflicht werden. Und was ist mit privaten Fahrern?

Von Diane Baatani

Kommentare