SPD Bienenbüttel fragte: „Wie wollen wir leben?“

Zukunftswünsche der Bürger: "Nicht ohne eine neue Sporthalle"

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Barbara Engelke und Franziska Pfeil vom Schulelternrat der Bienenbütteler Grundschule mahnten vor dem Hintergrund steigender Kinderzahlen Kita- und Schulplätze an.

Grünhagen. „Bienenbüttel 2021 – Wie wollen wir leben?“ fragt die SPD Bienenbüttel die Bürger der Einheitsgemeinde schon seit einigen Wochen im Internet.

Ein Ergebnis: auf keinen Fall ohne eine neue Sporthalle – da waren sich auch die Teilnehmer des von Carsten Schlüter moderierten „Polittalks“ einig, zu dem der Ortsverein am Freitagabend nach Grünhagen eingeladen hatte.

„Schon als Schulkinder wurden wir für unsere Sporthalle verspottet“, erinnerte sich Andreas Howe vom Vorstand des 1200 Mitglieder starken TSV Bienenbüttel bei der einleitenden „Wünsch-Dir-Was!“-Runde auf dem politisch besetzten Podium und betonte die Bedeutung des lang ersehnten Neubaus für die Infrastruktur des Ortes: „Sport ist der erste Schritt zur Integration für junge und ältere Menschen und auch für Flüchtlinge. Aber wir brauchen viel mehr Platz und unbedingt neue sanitäre Anlagen – die jetzige Halle ist in ihrem Zustand nicht mehr tragbar.“

Machte zur Sporthalle wenig Hoffnung auf eine Finanzspritze des Landes: Heiner Scholing.

Der darauf angesprochene Landtagsabgeordnete Heiner Scholing (Grüne) widersprach schon wegen der „mangelhaften energetischen Situation des verfallenen“ Gebäudes nicht, machte aber wenig Hoffnung auf eine wesentliche Beteiligung des Landes: „Die kalkulierten Baukosten von drei Millionen Euro sind schon ein dickes Brett.“

Bei der Diskussion über eine mögliche Nutzung kommunaler Einrichtungen wie der Dorfgemeinschaftshäuser zur Flüchtlingsunterbringung (AZ berichtete) bezog Gabriel Siller, Geschäftsführer des Diakonieverbandes Nordostniedersachsen, klare Position: „Solidarität ist unteilbar, wir dürfen diese Menschen nicht auf der Straße liegen lassen. Es gibt außerdem so viel leerstehenden Wohnraum in Bienenbüttel, da können wir alle Flüchtlinge dicke unterbringen!“

Nahm zur Flüchtlingsthematik Stellung: Andrea Schröder-Ehlers (SPD). Auch die Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers (SPD) bat um Verständnis für die „temporäre Belastung“ im Rahmen der Amtshilfe und wies darauf hin, dass das Land die Abschieberegelungen bereits verschärft habe: „Für deren Umsetzung ist jetzt der Landkreis Uelzen zuständig.“ Doch damit war die Wunschliste der Bienenbütteler noch nicht abgehakt: Während Barbara Engelke und Franziska Pfeil vom Schulelternrat der Grundschule angesichts steigender Kinderzahlen unter anderem das Fehlen von Kindergarten- und Schulplätzen beklagten und die Einstellung eines Schulsozialarbeiters vorschlugen, stehen für andere ein verbesserter Lärmschutz beim geplanten Ausbau der Alpha-E-Bahntrasse, ein flächendeckender Breitband-Zugang oder eine Ausweitung des Busbetriebs abends und am Wochenende ganz oben auf der Prioritätenliste der Agenda 2021.

Von Marcus Kieppe

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