Bernd und Birgit Türk haben ihr Haus mit unzähligen Lämpchen dekoriert

Das wohl weihnachtlichste Haus Bienenbüttels

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100 Meter Kabel für die perfekte Weihnachtsdekoration: Bernd und Birgit Türk zelebrieren die Vorweihnachtszeit Jahr für Jahr an ihrem Zuhause in Bienenbüttel.

Bienenbüttel. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Fest steht aber, dass die vorweihnachtliche Beleuchtung am Haus der Familie Türk jedes Jahr der Hingucker in Bienenbüttel ist. Menschen bleiben stehen und machen mit dem Handy Fotos.

Familien pilgern mit ihren Kindern zu dem Weihnachts-Häuschen in der Uelzener Straße, das in diesem Jahr vornehmlich in Blau erstrahlt. Seit Montag ist das Domizil der Türks wieder ganz auf Advent und Weihnachten eingestellt.

Die Anregungen holt sich Bernd Türk, der den großen Auftritt seines Heims schon im Sommer vorbereitet, im Baumarkt. „Wenn die Lampen heruntergesetzt sind, greife ich zu“, berichtet der Lkw-Fahrer mit dem unüberhörbaren Berliner Akzent. Drei Wochen lang hat er in jeder freien Minute Lichtschläuche gezogen, Weihnachtsmänner, Elche und einen leuchtenden Tannenbaum aufgestellt und alle Steckverbindungen zum Schutz vor Feuchtigkeit mit Alufolie umwickelt – insgesamt wohl 100 Meter Kabel, und dabei sind zwölf Verlängerungskabel und sechs Dreifachstecker noch gar nicht mitgerechnet.

„Wir fahren selten in den Urlaub, die Weihnachtsbeleuchtung können wir jeden Tag genießen“, sagt Türks Frau Birgit (52). Die Altenpflegerin teilt das leuchtende Hobby ihres Manns („Wat soll ick im Urlaub?“) und freut sich besonders über den neuesten Clou des 60-Jährigen, der in diesem Jahr neben leuchtenden Eiszapfen (die gab’s im Angebot) erstmals mehrfarbigen Schnee die Ziegelwände herunterrieseln lässt. Wie das geht, zeigt das Video, das Birgit Türk gedreht hat und das auch auf az-online.de zu sehen ist: Da fällt der Blick nämlich einen kurzen Augenblick auf das Vogelhäuschen, in dem sich statt Futter eine Disco- laser-Anlage befindet, die blaue und grüne Farbkleckse auf die Wand zaubert.

Seit elf Jahren, anfangs in Holdenstedt, pflegt Türk das ungewöhnliche Weihnachts-Hobby, das früher auch den Energieversorger glücklich machte. Immer mehr Dekorationen kamen hinzu, die leuchtenden Linien zogen sich auch die Hofeinfahrt entlang und bildeten ein Tor zum Garten. Strom im Wert von fünf Euro floss jeden Abend durch die Leuchten und Figuren. Seit er die unzähligen Glühbirnen durch LED-Lämpchen ersetzt hat, fällt die Stromrechnung niedriger aus. Mit drei Euro pro Tag kalkuliert er jetzt.

Das ist es ihm allemal wert, empfängt ihn die Weihnachtspracht doch jeden Abend, wenn er von der Arbeit kommt. Beim Rundgang durch den beleuchteten Vorgarten zeigt Birgit Türk auf einen strahlenden weißen Teddybär: „Der ist neu.“ „Ich mache, was mir in den Kopf schießt“, sagt ihr Mann. Den Schlitten mit dem Weihnachtsmann und dem leuchtenden Elch hat er dieses Jahr auf ein schräges Gestell gesetzt. „Das soll so aussehen, als wenn der Schlitten aus dem Himmel kommt.“

Noch bis zum 31. Dezember leuchtet das Bienenbütteler Weihnachtshaus, kündigt Birgit Türk an. Und fügt selbstbewusst hinzu: „Uns gefällt’s.“

Von Gerhard Sternitzke

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