Zwei Prozent Badegäste weniger

Wiederinbetriebnahme des Waldbades Bienenbüttel: Im September zu teuer

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Obwohl das Waldbad in Bienenbüttel den Badebetrieb für diese Saison schon Anfang September eingestellt hat, hatten die Badegäste in den Monaten davor wieder viel Spaß.

Bienenbüttel. Der September wartete noch einmal mit ungewöhnlich hohen Temperaturen auf. Die Wasserdecke in den Becken des Waldbads Bienenbüttel aber blieb in den vergangenen Wochen von Badegästen unberührt.

Traditionell schließt das Bad gemäß einem Beschluss des Gemeinderats am ersten Sonntag im September, so auch dieses Jahr. Was niemand vorhersehen konnte: Danach wurde das Wetter extrem schön und heiß. Viele Badegäste verstehen nicht, warum das Waldbad trotzdem geschlossen hat. „Nachdem die Technik einmal ausgeschaltet wird, kann das Bad nicht einfach wieder in Betrieb genommen werden“, erklärt die Leitung des Waldbads. Die Wasserbeheizung war schon ausgeschaltet und das Wasser hätte mit viel Energie wieder aufgeheizt werden müssen.

„Dabei ist zu bedenken, dass die Nächte bereits jetzt schon ziemlich kalt sind“, so die Gemeindeverwaltung. Teilweise fielen die Temperaturen in der Nacht auf unter zehn Grad Celcius. In den letzten Betriebstagen wurde, bezogen auf den Durchschnitt, schon die doppelte Menge an Energie verbraucht.

Zusätzlich sei in diesem Jahr hinzugekommen, dass der Chlorgasvorrat gerade aufgebraucht war und extra neues Gas hätte beschafft werden müssen, so die Badleitung. Neben den hohen Kosten für eine Wiederinbetriebnahme habe sich in der letzten Öffnungswoche gezeigt, dass trotz des guten Wetters fast nur noch Dauerkartenbesitzer gekommen seien und es kaum noch Einnahmen durch Eintrittsgelder gegeben habe.

Die letzte Waldbad-Woche in diesem Jahr in Zahlen: 2200 Gäste, das sind etwa 300 Gäste pro Tag. In dieser Woche wurden nur rund 700 Euro eingenommen. Der Gasverbrauch lag aber bei 3700 Kubikmetern, das sind 40 300 Kilowattstunden. Im Durchschnitt werden etwa 2700 Kubikmeter in der Woche gebraucht. Die Kosten für das Heizen des Beckenwassers lagen bei rund 2000 Euro. Die Stromkosten (circa 1150 Kilowattstunden) beliefen sich zusätzlich auf etwa 300 Euro für die letzte Woche. Das benötigte Chlor neu zu beschaffen und dieses noch zu verbrauchen, hätte außerdem rund 1500 Euro gekostet, rechnet die Gemeindeverwaltung vor.

In den Monaten davor bot das Waldbad Bienenbüttel neben dem regulären Betrieb seinen Besuchern, wie jedes Jahr, einige Veranstaltungen: das TSV-Gemeindeschwimmfest, die Waldbadolympiade oder das 24-Stunden-Schwimmen.

Insgesamt waren 2016, einem Jahr mit einem zeitweise kühlen Sommer, 49 172 Badegäste im Waldbad – das sind 978 oder zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Im Durchschnitt besuchten 423 Gäste am Tag das Waldbad.

Von Sandra Hackenberg

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