Chancen für einen Neubau in Bienenbüttel steigen: Förderbescheid für die Planung liegt jetzt vor

„Wenn wir eine neue Halle hätten“

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Ein Demofilm von Studenten machte im vorigen Jahr Lust auf eine neue Mehrzweckhalle für Bienenbüttel.

Bienenbüttel. Man darf ja träumen. Seit Jahren wünschen sich die Sportler des TSV Bienenbüttel einen Ersatz für die in die Jahre gekommene Ilmenauhalle: wettkampffähige Spielfelder, eine Zuschauertribüne oder zeitgemäße Sanitäranlagen.

Jetzt kann die Gemeinde eine neue Mehrzweckhalle, in der auch Platz für Veranstaltungen sein soll, planen. Vor kurzem ist der Förderbescheid für die Planungskosten im Rathaus eingetroffen, den die Lüneburger SPD-Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers bereits im April angekündigt hat. Das teilt Bürgermeister Dr. Merlin Franke auf AZ-Nachfrage mit.

13 500 Euro, 66 Prozent der Planungskosten, stellt das Land, wie beantragt, aus dem Förderprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ zur Verfügung. Insgesamt sind im Haushalt Planungskosten in Höhe von 20 000 Euro vorgesehen. Ein Förderantrag für die Baukosten wurde laut Franke bereits gestellt. Den entsprechenden Bescheid erwartet der Bürgermeister im nächsten Jahr.

„Alleine hat die Einheitsgemeinde Bienenbüttel keine Chance, eine neue Mehrzweckhalle zu realisieren. Nur durch eine entsprechende Förderung ist dies gegebenenfalls möglich“, betont Franke. Dabei ist noch gar nicht klar, mit welchen Kosten für einen Neubau überhaupt zu rechnen ist. Bei der bislang genannten Summe von 2,6 Millionen Euro handelt es sich nach seinen Worten um eine veraltete Schätzung. „Die Zahlen ergeben sich erst aus der Planung.“

Den Förderantrag beschlossen die Kommunalpolitiker im Dezember vorigen Jahres einstimmig. In der Entscheidung inbegriffen: die Bereitschaft, für eine neue Mehrzweckhalle einen Eigenanteil von zu diesem Zeitpunkt 800 000 Euro aufzubringen. Die Gemeinde erwartet für das Projekt, das im Integrierten Entwicklungskonzept für Bevensen-Ebstorf und Bienenbüttel an erster Stelle steht, eine Zwei-Drittel-Förderung.

In den nächsten Monaten soll die Planung beginnen. Dafür will die Gemeinde auch mit den Vereinen und Verbänden zusammenarbeiten. „Mir ist es wichtig, die Nutzer mit auf den Weg zu nehmen“, betont Franke.

„Unsere Wünsche sind bekannt“, sagt Andreas Howe, Vorsitzender des 1150 Mitglieder starken TSV Bienenbüttel. „Wir haben eine Halle, die aus allen Nähten platzt, die veraltet ist. Für Handballspiele musste eine Sondergenehmigung erteilt werden, weil die Zuschauer direkt am Spielfeldrand sitzen“, zählt er auf. Deshalb freue man sich auf eine Halle, die alle modernen Erfordernisse erfüllen würde. „Wenn wir eine neue Halle hätten“, so Howe, „dann wäre das auch ein Argument in der Konkurrenz mit professionellen Anbietern und anderen Freizeitanbietern.“

Lust auf eine neue Halle hat ein Demofilm von Wismarer Architekturstudenten gemacht, die sich mit den Möglichkeiten für den Standort beschäftigt hatten. „Wir haben das aber unter anderen Prämissen gemacht“, schränkt Dozent Dr. Matthias Kathmann ein. Seine Studenten hätten überlegt, wie man das Bauwerk bei Erhaltung von Traggerüst und Fundamenten zeitgemäß umbauen könnte. Tatsächlich wird sich die Gemeinde wohl eher für einen Neubau entscheiden.

Von Gerhard Sternitzke

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