Bienenbütteler Grüne fordern Informationsveranstaltung / Was bringt zusätzlicher Lärmschutz?

Wenn das dritte Gleis kommt

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Wenn die Bahnstrecke ausgebaut wird, dann ist Bienenbüttel besonders betroffen. Die Bienenbütteler Grünen fordern deshalb eine Informationsveranstaltung für die Bürger.

Bienenbüttel. Im Drei-Minuten-Takt passieren die Züge Bienenbüttel. Sie rauschen an der Königsberger Straße vorbei, am Edeka-Markt und der Georgstraße, wo die Pendler parken, beschleunigen auf Höhe Mühlenteich und Uelzener Straße, bevor sie zwischen Aldi und Feuerwehr den Ort verlassen.

Für Bienenbüttel ist die Bahn Fluch und Segen. Viele Arbeitnehmer nutzen den Bahnhof, zahlreiche Anwohner leben trotz der Lärmschutzwände mit der Belastung durch die Züge. Was bedeutet der geplante Bau eines dritten Gleises zwischen Lüneburg und Uelzen für das Dorf? Darum geht es in einem Antrag der Grünen im Gemeinderat.

„Die Gemeinde Bienenbüttel wird von dem Ausbau eines dritten Gleises unmittelbar betroffen sein“, betont Grünen-Fraktionsvorsitzender Reinhard Schelle-Grote. „Nach der Lärmkartierung des Eisenbahnbundesamts von 2014 sind bereits jetzt schon viele Bürger einer Lärmbelastung von mehr als 45 Dezibel nachts ausgesetzt.“ Die Grünen fordern deshalb eine Informationsveranstaltung der Gemeinde zum dritten Gleis, um die Bürger über die zu erwartenden Auswirkungen zu informieren.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung sollen die Anforderungen des Dialogforumsforums Schiene Nord an einen Ausbau der Strecke stehen. Unter anderem wird eine Umrüstung auf eine leisere Bahnbetriebstechnik, Vollschutz für die betroffenen Anwohner sowie ein maximaler Lärmpegel von 45 Dezibel bei gekippten Fenstern verlangt. Dabei sollen auch die Spitzenzeiten im Bahnverkehr berücksichtigt werden.

Den Grünen geht es dabei auch um die Frage: „Welche Möglichkeiten haben die Bürger und die Gemeinde, ihre Interessen durchzusetzen?“, so Schelle-Grote. Er schlägt deshalb vor, zu der Informationsveranstaltung einen Experten einzuladen.

Der Bienenbütteler Gemeinderat hat sich im Dezember 2014 einstimmig einer Resolution des Uelzener Kreistags für den Ausbau der Bestandsstrecke und gegen eine Neubaustrecke ausgesprochen. So wie die meisten Bürgerinitiativen wollten die Kommunalpolitiker eine Y-Trasse über Bornsen und Varendorf verhindern.

Von Gerhard Sternitzke

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