Althusmann in Bienenbüttel: Bei Schulreform steht Heimarbeit auf der Agenda

Weniger Hausaufgaben

Aufgaben sollen künftig weniger am heimischen Schreibtisch erledigt werden. Foto: Archiv

Bienenbüttel/Landkreis. Weniger Hausaufgaben für Niedersachsens Schüler – diese Nachricht dürfte manches Schülerherz höher schlagen lassen. Regeln soll die neue Gewichtung von Unterricht und Heimarbeit ein neuer Hausaufgabenerlass.

Ein entsprechender Entwurf durchläuft gerade das Anhörungsverfahren, das am 3. Februar endet. Im August, also mit Beginn des kommenden Schuljahres, sollen die neuen Regelungen in Kraft treten. Beim Neujahrsempfang des Bienenbütteler CDU-Ortsverbandes sprach Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann über die bildungspolitischen Änderungen, die er als Vorsitzender der Kultusministerkonferenz 2011 auf den Weg gebracht hat.

Im Zuge der Entwicklung zu immer mehr schulischen Ganztagsangeboten bedürfe es einer Anpassung der Regelungen zu den Hausaufgaben, erklärte der Minister. Denn die Teilnahme an Nachmittagsangeboten soll nach Althusmann nicht dazu führen, dass die Schüler weniger Zeit zum Erledigen ihrer Schulaufgaben hätten oder unzumutbar in ihrer Freizeit beschnitten werden. Darum sehen die neuen Regelungen zum Beispiel kürzere Richtwerte für den Zeitaufwand zum Erledigen von Hausaufgaben außerhalb der Schule vor, maximal eine Stunde beispielsweise für Schüler der Sekundarstufe I. In Ganztagsschulen sollen die Schüler ihre Aufgaben bereits während ihres Schulaufenthalts erledigen.

In den Oberschulen Suderburg und Ebstorf – zwei von vier Oberschulstandorten im Landkreis, die zu Beginn des laufenden Schuljahres ihren Betrieb aufgenommen haben – wird diese Hausaufgabenhilfe bereits praktiziert. In Suderburg wird den Schülern zwei Mal in der Woche jeweils für 90 Minuten, in Ebstorf von Montag bis Donnerstags jeweils 45 Minuten unter die Arme gegriffen. „Schüler der 5. und 6. Klassen sollten nach dem Schultag nicht länger als eine Stunde an den Hausaufgaben sitzen. Den Rest machen sie in der Schule“, sagt Suderburgs Schulleiterin Rita Reinhardt. Nur bei Fächern, die bloß einmal in der Woche auf dem Stundenplan stehen, müssten sich Schüler mit einem höheren Pensum abfinden. In der Hausaufgabenbetreuung würden Schüler außerdem Techniken der Selbstorganisation vermittelt bekommen. Ebstorfs Schulleiter Jörg-Dietrich Kaufmann stellt das Konzept Hausaufgabe generell in Frage: Er setzt in seinem Unterricht auf freiwillige Aufgaben fürs Heim. Nur wenn Schüler aus eigener Überzeugung arbeiten, seien sie effektiv – Abschreiben in der Pause hilft nicht. Zudem sollten Eltern nicht zu Hilfslehrern, die beim Lösen der Hausaufgaben helfen, werden. Seite 6

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