Ortsvorsteherin Renate Niemann fordert Umsetzung der Dorferneuerungs-Planung

Varendorf will weniger Asphalt

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In Eigenregie haben die Varendorfer die Pflasterung an der Ortsdurchfahrt abgebaut und den Streifen begrünt. Jetzt verlangt die Ortsvorsteherin die Umsetzung der Dorferneuerungsplanung.

Varendorf. Heimeliges Fachwerk, alte Eichen und eine aktive Dorfgemeinschaft – mit dieser Mischung hat Varendorf auch die Jury im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beeindruckt. Doch die Bewohner sind nicht ganz zufrieden.

Renate Niemann

Immer noch rauscht der Verkehr viel zu schnell in den Ort, der aus allen Richtungen gesehen im Tal liegt. Jetzt macht Ortsvorsteherin Renate Niemann Druck. Sie verlangt in einem Brief an Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke und alle Gemeinderatsmitglieder, dass die verbleibenden zwei Jahre in der Dorferneuerung genutzt werden, um die Ortsdurchfahrt, die Varendorfer Straße, verkehrsberuhigt zu gestalten.

„Die Straße ist so furchtbar breit“, sagt die Ortsvorsteherin. „Wir können das beurteilen, weil wir an der Straße wohnen, dass viel zu schnell gefahren wird. Und das kann man nur mit baulichen Maßnahmen entschärfen.“

Anlass für ihren Vorstoß ist ein Antrag der Kommunalpolitischen Alternative (KA), für Rieste und Varendorf Tempomesstafeln anzuschaffen, um die Autofahrer zu bremsen. Das jedoch hält Renate Niemann für nicht ausreichend, weil es bei den Autofahrern einen Gewöhnungseffekt gebe. „Wir wundern uns über diesen Antrag, soweit er Varendorf betrifft, und wenden uns daher in dieser Form an Sie, um Ihnen noch einmal unseren Wunsch nach einer wirklichen und effektiven Verkehrsberuhigung in Form der geplanten und von uns beantragten Dorferneuerungsmaßnahmen in unserem Dorf zu verdeutlichen und zu unterstreichen“, heißt es in ihrem Brief an Bürgermeister und Kommunalpolitiker.“

Die Zeit drängt, nachdem die Dorferneuerung für die sechs Bienenbütteler Ortsteile vermutlich zum letzten Mal um zwei Jahre bis 2018 verlängert wurde. Diese Zeit solle genutzt werden, um das Konzept umzusetzen. Es sieht eine Verengung der Varendorfer Straße auf 5,50 Meter sowie Fahrbahnverschwenkungen und mit Bäumen bepflanzte Mittelinseln an den Ortsausgängen aus Richtung Rieste und Natendorf vor. Zudem soll ein Grünstreifen Fahrbahn und Fußweg trennen, um Kinder und Senioren zu schützen.

Ursprünglich war dieses Vorhaben mit 258 000 Euro kalkuliert worden. Man habe aber bereits deutlich abgespeckt, betont die Ortsvorsteherin. Vor allem auf verschiedene Natursteinpflasterungen wurde verzichtet. In Eigenregie hatte die Dorfgemeinschaft bereits Pflasterstreifen an der Varendorfer Straße abgebaut und begrünt.

Gegen die Messtafeln habe sie sich zusammen mit dem Dorfverein Varendorf bewusst entschieden, betont Renate Niemann: „Wir befürchten, dass wir dann damit abgespeist werden.“

Von Gerhard Sternitzke

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