Schlag gegen Drogenring: Szene-Laden erneut im Visier

Diese Tüten mit Kräutermischungen wurden Ende März in einem Lüneburger Szene-Laden sichergestellt – gestern durchsuchten Beamte das Geschäft erneut. Archivfoto: Polizei Lüneburg

Lüneburg/Bienenbüttel. Erst vor rund drei Wochen hatte eine Ermittlungsgruppe der Polizei einen Schlag gegen die überregionale Drogenszene für sich verbucht. Unter anderem waren, wie berichtet, in einem Lüneburger Szene-Geschäft, das von einem 41-Jährigen aus der Gemeinde Bienenbüttel betrieben wird, mehr als 900 Tüten illegaler Kräutermischungen sichergestellt worden.

Gestern durchsuchten Beamte erneut das Geschäft und stellten weitere rund 500 Tüten gleichen Inhalts sicher. Auslöser für die erneute Durchsuchung war unter anderem ein Vorfall am 7. April in Bad Bodenteich: Dort war ein 25-jähriger Mann nach dem Rauchen einer Kräutermischung zusammengebrochen und musste mit dem Rettungshubschrauber ins Uelzener Krankenhaus gebracht werden. Polizeiliche Ermittlungen ergaben, dass die konsumierte Mischung aus besagtem Lüneburger Szene-Laden stammte.

Aufgrund der neuen Erkenntnisse gerät der Bienenbütteler, der bereits am 24. März im Rahmen der damaligen Durchsuchungsmaßnahmen vorläufig festgenommen worden war, ins Visier der Ermittler. Der Mann steht in Verbindung mit dem bereits Mitte Februar in Jastorf durchsuchten Anwesen, bei der eine kleine Indoor-Plantage gefunden wurde. Ebenso mit einem am 22. März durchsuchten Gebäudekomplex im Bereich Lüchow-Dannenberg.

Mehr als 100 Polizeikräfte waren damals im Einsatz und hatten insgesamt Drogen in einem Schwarzmarktwert von mehr als einer Million Euro gesichert. Laut Polizeiangaben hat es sich um die größte jemals sichergestellte Menge von illegalen Kräutermischungen in Niedersachsen gehandelt.

Inzwischen haben Untersuchungen bestätigt, dass die Kräutermischungen synthetische Cannabinoide enthalten und somit illegale Substanzen sind. Die Polizei ermittelt jetzt gegen den 41-jährigen Bienenbütteler wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittel- sowie des Arzneimittelgesetzes.

Gleichzeitig korrigierte die Polizeiinspektion Lüneburg eine Information vom 25. März, in der es im Zusammenhang mit der damaligen Großrazzia um eine Durchsuchung in einem Anwesen in Schaafhausen (Landkreis Lüchow-Dannenberg) ging. Dessen Besitzer ist nicht 41, sondern 34 Jahre alt. Gegen ihn hatte das Amtsgericht Haftbefehl erlassen. Die AZ hatte diese unrichtigen Angaben in ihrer Berichterstattung ebenfalls verwendet.

Von Ines Bräutigam

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