Größere Ausnutzung der Grundstücke für Terrassen möglich / Kernort, Steddorf, Wichmannsburg und Hohenbostel im Blick

Suche nach neuem Bauland in Bienenbüttel

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Vier Häuser befinden sich bereits im Baugebiet Wellbruch II in Steddorf in Bau. Von den 38 Bauplätzen dort sind fast alle bereits schon an Häuslebauer vergeben.

Steddorf. Nur drei Monate Bauzeit – mit dieser Aussage werben Baufirmen in Steddorf um Kunden, die es eilig haben. Und tatsächlich geht es im Baugebiet Wellbruch II, seit die Gemeinde im Juni Kanäle und Baustraßen fertiggestellt hat, Schlag auf Schlag.

Vier Häuser sind bereits im Bau, weitere Bodenplatten sind gegossen. Es wird nicht das letzte Baugebiet rund um Bienenbüttel sein. Die Gemeinde sucht fieberhaft nach neuem Bauland.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Bienenbütteler Bauausschuss noch einmal den Bebauungsplan abgeändert, um den Bauherren eine größere Flächenausnutzung etwa für Terrassen und Wege einzuräumen. Nur die Grünen hatten sich gegen die zusätzliche Bodenversiegelung gestellt. Bauamtsleiterin Inga Heitmann hatte vorgerechnet, dass bei einem Grundstück von 1000 Quadratmetern nach der ursprünglichen Regelung 300 Quadratmeter bebaut werden durften, etwa ein Haus auf 150 Quadratmetern sowie 150 Quadratmeter für Zufahrt, Garage und Terrasse. Jetzt können 75 Quadratmeter mehr durch Nebenanlagen versiegelt werden.

Die 38 Bauplätze sind fast alle vergeben. „Fast sämtliche der Gemeinde zur Verfügung stehenden Bauplätze sind verkauft und/oder stellenweise sogar mehrfach reserviert“, hatte Bürgermeister Dr. Merlin Franke jüngst in einem Schreiben an die Bürger in Hohenbostel betont. Die Gemeinde möchte dort im Klusfeld ein Baugebiet für knapp 50 Häuser ausweisen (AZ berichtete). Sowohl in Hohenbostel als auch vorher in Hohnstorf gab es jedoch Bürgerprotest gegen entsprechende Pläne für neue Baugebiete.

Nach der Kommunalwahl soll ein Arbeitskreis des Gemeinderats eine grundsätzliche Baulandstrategie für das Bienenbütteler Gemeindegebiet erarbeiten. Schon jetzt allerdings steht laut Franke fest, dass dabei der Bienenbütteler Nahbereich in Frage kommt: „Durch externe Vorgaben und die Nachfrage wird sich der Großteil des gemeindlichen Wachstums vermutlich auf den Ortskern Bienenbüttel sowie die unmittelbar anschließenden Ortsteile Steddorf, Wichmannsburg und Hohenbostel konzentrieren“, so Franke in dem Brief an die Hohenbosteler.

Dafür sprächen die Nähe zum Bahnhof und zum Bienenbütteler Ortskern. Auch in den anderen Ortsteilen solle ein Wachstum möglich sein. Mehr als fünf bis zehn Bauplätze würden hier jedoch kaum genehmigt.

Für das Verfahren, in dem ein neuer Flächennutzungsplan erarbeitet werden soll, kalkuliert Franke eine Zeit von 24 bis 36 Monaten. Dabei könnte es neue Überraschungen für die Bürger geben. Denn um entsprechendes Bauland zu sichern, müssten auch in der Suchphase wie in Hohnstorf und in Hohenbostel geplant, Aufstellungsbeschlüsse gefasst werden, so Franke: „Um Flächenspekulationen auf Kosten der Steuerzahler zu verhindern.“

Von Gerhard Sternitzke

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