Sprossenarten im Fokus

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Am Wochenende war bei zwei weiteren Mitarbeiterinnen des Biohofs in Bienenbüttel-Steddorf der aggressive Darmkeim nachgewiesen worden. Beide haben bisher keine Symptome.

dpa/no Bienenbüttel-Steddorf . Fünf erkrankte oder positiv getestete Mitarbeiterinnen des Betriebes in Steddorf haben bevorzugt Sprossen von Brokkoli, Knoblauch und Bocks-horn gegessen. Bei der Suche nach der EHEC-Infektionsquelle sind die Behörden dadurch wieder einen Schritt vorangekommen.

Die Behörden haben jetzt diese drei Sprossen-Arten eingegrenzt, wie Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) am Pfingstmontag in Hannover sagte. Insgesamt seien neun Mitarbeiterinnen gezielt nach ihrem Sprossenverzehr befragt worden. Vier gesunde Beschäftigte hätten vor allem die Sorten Alfalfa und Würzige Mischung gegessen. Dies könne ein Hinweis auf bestimmte Sprossenarten und damit auf den Ursprung der Infektion durch das Saatgut sein, sagte Özkan. Damit bestätigten sich die bisherigen Warnungen vor Sprossen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte zur Vorsicht auch bei selbst gezogenen rohen Sprossen und Keimlingen geraten. Am Wochenende wurde bei zwei weiteren Mitarbeiterinnen des Sprossenerzeugers in Bienenbüttel der aggressive Darmkeim nachgewiesen. Beide hätten aber bisher keine Symptome, teilten die Behörden mit. „Damit können wir einen weiteren wichtigen Teil einer Indizienkette vorlegen“, sagte Özkan. Bereits im Mai waren drei Mitarbeiterinnen des Betriebes mit EHEC-Symptomen erkrankt.

Bisher ist nicht geklärt, ob Mitarbeiter den Keim eingeschleppt haben oder er durch Saatgut oder andere Quellen in den Betrieb in Steddorf gelangt ist. Auch die Infektionswege der Mitarbeiter sind unklar. Die Aufklärung sei aber wichtig, um Vorsorgesysteme zu entwickeln, damit solche Ereignisse künftig verhindert werden können, erklärte Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) in Hannover. Am Pfingstwochenende ist in Niedersachsen die Zahl der EHEC-Fälle nur leicht gestiegen. „Wir sind optimistisch, dass der Scheitelpunkt erreicht ist“, sagte Özkan. Bis gestern hätten sich die Fälle und Verdachtsfälle von 628 auf 636 erhöht.

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