Berufsschüler aus Lüneburg bauen Spielschiff für die Grundschule Bienenbüttel auf

Seebiene sticht im Juni in See

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Mast, Ausguck und Strickleitern für die Seebiene sind schon da: Berufsschüler aus Lüneburg bauen für die Bienenbütteler Grundschule ein neues Spielschiff.

Bienenbüttel. In den Pausen ist der Bauzaun am Rand des Pausenhofs dicht umlagert. „Die Kinder schauen uns zu und sie fragen uns, wann wir fertig sind“, erzählt Rudolf Mezler.

Der 17-Jährige und weitere Schüler des Berufsgrundbildungsjahrs an der Georg-Sonnin-Schule Lüneburg bauen ein neues Spielschiff für die Grundschule Bienenbüttel, das wie sein Vorgänger Seebiene heißen wird.

Der Mast mit dem Ausguck steht bereits. Eine Leiterwand führt statt eines Segels nach oben. Die Taue werden durch Betongewichte beschwert. Mit Schaufel und Spitzhacke heben die Berufsschüler die Löcher aus, um die Strickleitern sicher zu verankern.

Die Hauptarbeit haben die Jugendlichen bereits in der Werkstatt geleistet. Vier verzinkte Stahlrohre liegen auf der Baustelle bereit. Sie werden das Schiffsheck mit dem Steuerrad tragen. Sie haben Gewinde zur Befestigung gedreht und Laschen angeschweißt. „Man muss darauf achten, dass keine Blasen reinkommen“, erklärt James Bärger (16). Sie würden die Verbindung schwächen.

Die Berufsschüler schätzen die praktische Arbeit auf dem Bienenbütteler Grundschulgelände. „Das ist mit einem großen Praxisanteil, deshalb macht das Spaß“, meint Rudolf. Er und seine Mitschüler werden im Berufsvorbereitungsjahr schwerpunktmäßig auf Berufe in den Bereichen Bau und Metall vorbereitet. Das Projekt auf dem Schulhof bietet viele Arbeitsschritte, die am praktischen Beispiel geübt werden können. Auch die Planung des Spielschiffs gehörte dazu.

Von null brauchten die Jugendlichen nicht anzufangen, denn die Grundschüler hatten in Form von Bildern ihre Vorschläge eingereicht, was zu einem richtigen Piratenschiff gehört Dazu gehört natürlich der Mast mit Ausguck, die Strickleitern, eine Rutschestange, ein Kran und ein Steuerrad. Damit es später keinen Streit gibt, spendiert die Gemeinde sogar ein zweites. 20 000 Euro sind für den Ersatz der baufälligen Seebiene eingeplant.

Jeweils montags und freitags sind die Lüneburger Berufsschüler in Bienenbüttel. Der Einweihungstermin steht auch schon fest: Am 11 Juni soll die Seebiene in See stechen, berichtet Berufsschullehrer Martin Dierßen. Allerdings wird das Spielschiff zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz fertig sein, räumt er ein. „Den Bug müssen wir im nächsten Schuljahr nachliefern.“

Von Gerhard Sternitzke

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