Hans-Jörg Engel aus Bargdorf wettert gegen Ausbau des Addenstorfer Weges

„Rennstrecke vor der Nase“

Vor dem Ausbau war er eine Schotterpiste, jetzt ist er eine Rennstrecke – der Addenstorfer Weg in Bargdorf erhitzt die Gemüter. Vor allem das vom direkten Anlieger Hans-Jörg Engel. Foto: Ph. Schulze

Bargdorf. Erst war der Addenstorfer Weg, wie berichtet, eine Staub-, Schlamm- und Schotterpiste. Jetzt, nach seinem Ausbau, ist er eine Rennstrecke geworden – davon weiß Hans-Jörg Engel ein Lied zu singen. Er ist Anlieger des Weges im Bargdorfer Wochenendhausgebiet.

Doch während diejenigen, die einen Ausbau des Weges gefordert hatten, in ruhigen Seitenstraßen wohnen, ist Engel einer von fünf direkten Anliegern, die nun von der neuen Situation betroffen sind. Und: „Meine Nachbarn sind ja nur am Wochenende hier, ich bin der Einzige, der das jeden Tag aushalten muss“, schimpft er.

„Das war so schön, als ich hierher gezogen bin“, erinnert sich Hans-Jörg Engel, der Ruhe suchte – und fand. Doch damit ist es nun vorbei. „Das ist eine Rennpiste hier“, wettert Engel über den jetzigen Addenstorfer Weg. Der Anlieger hält verkehrsberuhigende Maßnahmen für dringend erforderlich. „Neulich hätte der Paketdienst fast meinen Kater erwischt. Selbst die schnelleren Trecker brettern hier mit 80 bis 90 km/h durch – etwa jede halbe Stunde einer. Und die sind richtig laut.“

Doch verkehrsberuhigende Maßnahmen, wie Engel sie fordert, sind laut Landkreis nicht geplant, hat er in Erfahrung gebracht. Dabei halten sich an die erlaubten 100 km/h die wenigsten, versichert Engel. „ „Hier müssten Huckel in die Fahrbahn. Ich habe hier jetzt eine Rennstrecke direkt vor der Nase, ich werd’ noch verrückt!“

Hans-Jörg Engel will kein Querulant sein und betont, dass er Verständnis hat dafür, dass Lieferwagen ja auch ihre Termine einzuhalten hätten, und auch landwirtschaftliche Fahrzeuge würden nicht aus Jux und Dollerei die Straße auf und ab fahren. „Wenn Erntezeit ist, sage ich ja gar nichts“, betont Engel. Aber nicht nur das Tempo der vorbei fahrenden Fahrzeuge habe sich verändert, sondern seit dem Ausbau eben auch die Frequenz der Durchfahrten. „Ich habe die hier 20 Meter vor der Tür“, sagt Engel, „mein Nachbar hat seine Terrasse noch näher an der Straße. Wenn der mal draußen sitzt und Kaffee trinkt, wackeln bei dem die Tassen auf dem Tisch.“ Außerdem sei das Verlassen der Grundstücke am Addenstorfer Weg gefährlich geworden: Von den Waldgrundstücken ist die Straße schlecht einsehbar – und wenn dann noch ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit naht...

Weil er sich vor allem um die Sicherheit von Mensch und Tier sorgt, fordert der Bargdorfer zumindest Geschwindigkeitskontrollen. „Die Polizei darf sich auch gern bei mir aufs Grundstück stellen und messen“, bietet Hans-Jörg Engel an.

Von Ines Bräutigam

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