Rastplatz für Gefahrgut

Anlegestellen sind am Elbe-Seitenkanal rar – das Wasser- und Schifffahrtsamt baut deshalb nicht nur Häfen in Bad Bevensen und Wittingen aus, sondern plant bei Edendorf auch eine Gefahrgutliegestelle.

Edendorf - Von Ines Bräutigam. Bis vor etwa zehn Jahren gab es sie noch an den Vorhäfen, an der Esterholzer Schleuse und am Schiffshebewerk in Scharnebeck – die Gefahrgutanlegestellen. Doch dort wurden sie abgebaut, neue sind seitdem nicht entstanden. Der Bedarf ist aber nach wie vorhanden, erklärt Harald Weike vom Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen. Und deshalb wird zurzeit auch geplant, eine solche Anlegestelle für Schiffe, die gefährliche Güter wie Heizöl oder Benzin geladen haben, am Elbe-Seitenkanal nahe Edendorf zu bauen.

Die Wasserfahrzeuge sind – genauso wie die Tanklastzüge auf den Straßen – besonders gekennzeichnet: mit einem auf dem Kopf stehenden blauen Kegel. Diese Fahrzeuge müssen einen Sicherheitsabstand zu „normalen“ Schiffen einhalten. Die Binnenschifffahrtsstraßenordnung schreibt Sicherheitsabstände zwischen 10 und 100 Metern vor. „Damit im Ernstfall nicht gleich mehrere Fahrzeuge mit abbrennen“, veranschaulicht Weike die Problematik.

Bürgermeister Heinz-Günter Waltje informierte die Mitglieder des Bienenbütteler Gemeinderates jüngst über die Pläne für Edendorf. Bei einem Termin in Uelzen sei man über das Vorhaben am Elbe-Seitenkanal aufgeklärt worden, sagte er. Im Sommer kommenden Jahres soll das Planfeststellungsverfahren anlaufen.

Für die Gemeinde Bienenbüttel, so Waltje, habe man verdeutlicht, dass es für die Feuerwehren der Gemeinde Bienenbüttel keine Einsätze geben dürfe, ohne dafür Ausgleichszahlungen zu erhalten.

So lange die Planungen noch laufen, müssen sich die Binnenschiffer mit Gefahrgut an Deck noch untereinander absprechen, wer wann wo anlegen kann. „Mit dem zunehmenden Verkehr auf dem Elbe-Seitenkanal ist das immer schwieriger geworden“, weiß Harald Weike. Kapitäne geraten deswegen vermehrt in die Bredouille, denn auch sie müssen – wie im Lkw-Verkehr – bestimmte Pausen- und Fahrzeiten einhalten. Wenn da die nächstbeste Anlegestelle bereits mit einem Gefahrgutfahrzeug belegt ist und man weiterfahren muss, kann es schon problematisch werden, weiß Weike.

Weil der Verkehr auf dem 115,2 Kilometer langen Wasserweg in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat, sind auch die Anlegestellen für den allgemeinen Schifffahrtsverkehr eng geworden. Auch hier ist das Wasser- und Schifffahrtsamt bereits tätig geworden: Die Anlegestellen in Bad Bevensen und in Wittingen (Landkreis Gifhorn) werden, wie berichtet, erweitert.

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