Wulfstorfer würden gerne das Auto stehen lassen / Gemeinde plant jetzt Anschluss bis zum Kanal

Für Radfahrer ist Wulfstorf zu gefährlich

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Wulfstorfs Ortsvorsteher Hans-Otto Gäthje würde gerne mit dem Rad einkaufen fahren. Ohne Radweg ist das aber zu gefährlich. Jetzt rückt die lange gewünschte Verbindung in greifbare Nähe.

Wulfstorf. Den Einkaufszettel hat der „General“ geschrieben. So nennt Hans-Otto Gäthje mit einem Augenzwinkern seine Frau. Er hat den Korb gegriffen und macht sich auf den Weg nach Bienenbüttel – mit dem Auto natürlich.

Eigentlich würde er gerne mit dem Fahrrad fahren, wenn es bald wärmer wird. „Aber das ist zu gefährlich“, sagt der Wulfstorfer Ortsvorsteher. Jetzt stehen die Chancen gut, dass der fehlende Radweg wenigstens von der Kanalbrücke bis nach Niendorf realisiert wird.

Zwischen den Dörfern geben die Autofahrer Gas. Die Kreisstraße 42 verbindet Bienenbüttel mit Barendorf und dem östlichen Lüneburger Raum. „Die Autos sind nicht das Problem, aber die Lkws“, meint Gäthje. „Wenn die sich begegnen, müssen Radfahrer sehen, dass sie auf den Grünstreifen kommen.“ Zudem sei die Kurve zwischen Friedhof und Niendorf unübersichtlich. 28 Kinder leben in dem 83-Seelen-Nest Wulfstorf. Die Eltern würden sie nicht mit dem Rad zur Schule fahren lassen.

„Wir prüfen zurzeit eine Realisierung“, sagt Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke. „Uns ist wichtig, dass wir in die Landesförderung kommen.“ Voraussetzung ist, dass die Baumaßnahme bis zum 1. September als baureif an den Landkreis gemeldet wird.

Ein Vorentwurf für die Strecke liegt bereits in der Schublade. Sie müsse aber noch einmal überarbeitet werden, wie Franke betont. Eine Begehung an der etwa zwei Kilometer langen Strecke hat bereits stattgefunden. Ortsvorsteher Gäthje berichtet, dass der Radweg möglicherweise zunächst auf der Ostseite der Kreisstraße verlaufen und dann beim Friedhof auf die westliche Seite wechseln soll, um an die bestehende Verbindung in Niendorf anzuschließen. Dabei sind in der Niederung auch Naturschutzaspekte zu berücksichtigen.

Wermutstropfen für die Wulfstorfer: Der Radweg wird am Elbe-Seitenkanal enden. Denn für den Radweg müsste die Straßenbrücke verbreitert werden, und da wartet man auf eine andere Baumaßnahme: die Autobahn 39.

Im Zusammenhang mit dem langersehnten Radweg erinnert Ortsvorsteher Gäthje noch einmal an die Prioritätenliste der Gemeinde Bienenbüttel. Dort steht Wulfstorf auf Platz zwei nach der Verbindung Steddorf-Rieste-Varendorf, der in diesem Jahr gebaut wird. Auch mancher Ausflügler nutze die Strecke.

Das sieht Bürgermeister Franke genauso. „Ich glaube, das ist ein sehr sinnvolles Projekt, weil ein Großteil der Strecke deutlich sicherer wäre und der Anschluss an den Kanal hergestellt würde.“ Eine Kostenschätzung liegt nach Frankes Worten noch nicht vor. „Das Ganze steht und fällt mit der Landesförderung.“

Von Gerhard Sternitzke

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