Bauausschuss entscheidet: Zunächst kein Baugebiet in Hohenbostel / Arbeitskreis für Gesamtkonzept

Politiker beugen sich dem Bürgerwillen

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Diskussionsbedarf im Bauausschuss: Ausschussvorsitzender Christopher Tieding (rechts), Bauamtsleiterin Inga Heitmann, Ratsherr Holger Janßen (KA, Mitte) und Rüdiger Schubert.

Bienenbüttel/Hohenbostel. Am Ende war der Widerstand zu groß. Die Hohenbosteler wollen kein Baugebiet am Ortsrand. Etwa 45 Bürger, davon sicher der größte Teil aus dem Dorf, zeigten am Donnerstagabend noch einmal im Bienenbütteler Bauausschuss Präsenz.

Sie stellten unter anderem in Frage, dass tatsächlich schon alle Baugrundstücke im Gemeindegebiet verkauft sind, verwiesen auf fehlende Parkplätze am Bahnhof oder gesetzliche Vorgaben, zunächst Lücken zu bebauen.

Die Botschaft war schon vorher bei den Kommunalpolitikern angekommen. Auf Antrag der Kommunalpolitischen Alternative (KA) wurde der von der Verwaltung vorgeschlagene Aufstellungsbeschluss für eine Flächennutzungsplanänderung abgelehnt. Stattdessen soll eine Arbeitsgruppe ein Gesamtkonzept für das ganze Gemeindegebiet erstellen. Dem schloss sich der Ausschuss einstimmig an.

Holger Janßen (KA) verwies auf die beim „Wo-drückt-der Schuh-Abend“ der Wählergemeinschaft in Hohenbostel geäußerte Bürgerkritik. Statt einer Einzeländerung der Planungen für Hohenbostel solle eine Baulandplanung für das Gemeindegebiet erarbeitet werden. „Die Arbeitsgruppe soll sofort einberufen werden“, forderte Janßen. Auf eine solche Arbeitsgruppe hatte man sich bereits geeinigt, sie sollte jedoch erst nach der Kommunalwahl am 11. September zusammentreten.

Dem Vorschlag der KA schloss sich auch die CDU an. Alfred Meyer betonte aber: „Wir sehen es als Erfordernis an, Wohnraum und Bauplätze zu schaffen. Abgesehen vom Zuzug dürfen junge Leute, die hier bauen wollen, nicht zum Wegzug gezwungen werden.“ Auch die Zielsetzung des einzusetzenden Arbeitskreises müsse es sein, neues Bauland auszuweisen.

Grünen-Ratsherr Reinhard Schelle-Grote sah sich in seinen Forderungen schon in der Diskussion um Bauland zwischen Bienenbüttel und Hohnstorf bestätigt: „Wir haben darauf hingewiesen, dass wir einen Masterplan brauchen.“ Der KA unterstellte er ein „durchsichtiges Wahlkampfmanöver“. Janßen konterte, weil es den Aufstellungsbeschluss für Hohnstorf gebe, sei man jetzt auf eine kurzfristige Ausweisung von Bauland nicht angewiesen.

Arnold Witthöft (SPD) betonte das Gemeinsame. Ein Baugebiet in Hohenbostel sei nicht umsetzbar, zunächst werde das gesamte Gemeindegebiet betrachtet. „Dabei müssen wir festhalten: Hohenbostel ist nicht tabu. Bienenbüttel braucht auch neue Baugebiete. Bienenbüttel braucht neue Bürger, damit Schule und Kindergärten bestehen können.“

Laut Bauamtsleiterin haben sich auf die Berichte über das geplante Baugebiet in Hohenbostel bereits zehn Interessenten gemeldet, die Bauplätze reservieren wollten.

Von Gerhard Sternitzke

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