Wirtschafts- und Tourismusgemeinschaft Bienenbüttel setzt sich für Parkscheiben-Regelung ein

Parkplätze sind Mangelware

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Kunden finden in der Bahnhofstraße häufig keinen Parkplatz, weil Firmenmitarbeiter hier ganztägig ihr Auto abstellen. Die Wirtschafts- und Tourismusgemeinschaft Bienenbüttel will die Parkzeit auf zwei Stunden begrenzen.

Bienenbüttel. Ohne Auto geht (fast) nichts auf dem Land. Die Probleme beginnen, wenn man den fahrbaren Untersatz loswerden will. Auch in Bienenbüttel sind Parkplätze zu bestimmten Zeiten Mangelware – insbesondere in der Bahnhofstraße.

Der Seniorenbeirat hatte sich im vorigen Jahr für Kurzzeitparkplätze vor der Postagentur stark gemacht. Im Bauausschuss fragte der ehemalige Vorsitzende, Ex-Bürgermeister Dieter Holzenkämpfer, jetzt nach, was daraus geworden ist.

„Vor der Postagentur ist kein Parkplatz zu finden. Da stehen zum Teil auch Dauerparker“, hat Holzenkämpfer beobachtet. Das sei gerade für ältere Bürger, die schnell zur Post wollen, ein Problem. Deshalb der Wunsch des Seniorenbeirats, zwei Parkplätze auf 15 Minuten zu begrenzen. „In einer Viertelstunde kann man alles erledigen“, ist Holzenkämpfer überzeugt.

Bürgermeister Dr. Merlin Franke konnte im Bauausschuss noch kein Ergebnis präsentieren. „Es gibt verschiedene Ideen, wie man das regeln kann. Es bringt aber nichts, Kurzparkzonen einzurichten, wenn man das nicht kontrolliert“, machte Franke deutlich. Eine mögliche Kurzparkzone sieht er im Zusammenhang mit einem Gesamtkonzept für das Parken an der Bahnhofstraße. Das soll vor allem mit den Gewerbetreibenden in der Wirtschafts- und Tourismus-Gemeinschaft (WTG) besprochen werden.

„Leider ist es so, dass auch viele Mitarbeiter der Firmen und sogar Inhaber den Kunden die Parkplätze wegnehmen“, klagt deren Vorsitzender Peter Dittrich. Dabei gäbe es in Bienenbüttel Parkplätze genug, etwa an der Ilmenauhalle. Das Thema ist nicht neu. In Versammlungen, auf Handzetteln und in persönlichen Gesprächen hat sich die WTG bemüht, ein Umdenken bei den Dauerparkern zu erreichen – vergeblich. Auch Bahnfahrer parken trotz der beiden Park & Ride-Plätze in der Bahnhofstraße. „Es kommt auch vor, dass Leute das Auto stehen lassen und fahren in den Urlaub“, hat Dittrich beobachtet. Verboten ist es bislang nicht.

Die Lösung aus Sicht der Gewerbetreibenden: Parkscheiben. Die Mehrzahl der 64 WTG-Mitglieder ist für die Parkzeitbegrenzung. „Es geht darum, dass man die Langzeitparker aus der Bahnhofstraße wegbekommt“, sagt Dittrich. „Ich meine, dass zwei Stunden für den Einkauf in der Bahnhofstraße ausreichen. Parkautomaten soll es jedoch nicht geben, die Firmenkunden sollen auch weiterhin kostenlos parken. „Parkautomaten würden dazu führen, dass die Leute zum Einkauf nach Lüneburg oder Bevensen fahren.“

Allerdings wäre die Parkscheibenregelung mit Kosten für die Einheitsgemeinde verbunden. Denn kontrollieren dürfen nur speziell geschulte Fachkräfte.

Von Gerhard Sternitzke

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