Feuerwehr zersägt alte Dorfeiche in Bienenbüttel / Baumscheiben als Erinnerungsstücke

Orkan-Opfer wird zu Brennholz

+
Feuerwehrmänner rückten der vom Orkan „Xaver“ gefällten Eiche zu Leibe und zersägten den etwa 200 Jahre alten Baum Stück für Stück.

nk Bienenbüttel. Das Kreischen von Motorsägen hallte über die Gemeindeveranstaltungswiese in Bienenbüttel. Dort fand am Sonnabend die große Zersäge-Aktion der vom Orkan „Xaver“ gefällten Eiche statt.

Mit vier Kettensägen machten sich Martin Ohnesorge, Achim Gammelien, Matthias Harms und Kalle Augustin als Fachberater ans Werk.

Viele Schaulustige fanden sich ein und beobachteten aus sicherer Entfernung am Kanuanleger, wie die einst mächtige Krone der Eiche Stück für Stück zu Feuerholz und zu Baumscheiben als Erinnerungsstücke wurde. Die zersägten Äste lud Rüdiger Drensek auf einen Anhänger. Das wiederum faszinierte den dreijährigen Marten, der mit seinen Großeltern zur Ilmenauwiese gekommen war. Er wollte helfen.

Der Förderverein der Bienenbütteler Feuerwehr sorgte für die Bewirtung mit Bratwurst und Getränken. Die ganze Aktion war für einen guten Zweck bestimmt: Es wurden Spenden gesammelt, denn dort, wo die rund 200 Jahre alte Eiche ein Sturmopfer geworden war, soll wieder eine Eiche gepflanzt werden.

Gegen eine Spende konnten Baumscheiben erworben werden. Ortsbrandmeister Klaus-Georg Franke (links) überreichte Gerd Richter und dessen Frau Gitta zwei dieser Erinnerungsstücke.

Ortsbrandmeister Klaus-Georg Franke, zugleich Vorsitzender des Fördervereins der Wehr, hatte nach dem Sturm spontan die Idee: „Wir müssen etwas machen, damit wir wieder einen vernünftigen Baum bekommen.“ Auf dem Weihnachtsmarkt in Bienenbüttel begann Franke mit der Spendensammelaktion. Inzwischen sind schon 500 Euro zusammengekommen. Damit das Spendenkonto wächst, wurde das Holz der Eiche jetzt gegen Spenden verkauft. Besonders gefragt waren Baumscheiben. Als Gerd und Gitta Richter mit zwei Eichenscheiben zum Verpflegungsstand kamen, waren sie Werbeträger – solche Scheiben wollten noch mehr Zuschauer als Erinnerungsstücke haben. Franke führte eine Liste und nahm Bestellungen entgegen.

Doch einige Stämme bleiben für die Gemeinde übrig. „Wir wollen eine drei Meter lange Bank aus dem Stamm bauen“, sagte Bürgermeister Merlin Franke, der den Freiwilligen für die Aktion dankte. Die rege Nachfrage nach Baumscheiben zeige auch, wie sehr die Bürger mit der Eiche verbunden gewesen seien. „Ich bin zuversichtlich, dass wir wieder eine gut gewachsene Eiche auf unserer Veranstaltungswiese pflanzen werden“, erklärte Franke.

Mehr zum Thema

Kommentare