Kanus erhalten ein Kennzeichen / Verleiher schließen mit Landkreis freiwillige Vereinbarung

Nummeriert ins Reich des Eisvogels

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Die meisten Kanuten genießen die Natur an der Ilmenau. Damit Umweltfrevler identifizierbar sind, kennzeichnen die Kanuvermieter ihre Boote mit Nummern.

Bienenbüttel. Gemächlich und breit strömt die Ilmenau am Anleger Bienenbüttel vorbei. Das Kanu gibt einen tiefen, hohlen Klang von sich, als Tanja Stahl es über die Holzstufen zu Wasser lässt. Platschend landet der rote Bootskörper im Wasser.

In diesen Tagen beginnt die Wassersportsaison. „301“ steht am Kiel des roten Dreier-Kanus. Die Boote der Vermieter tragen ab diesem Jahr eine Art Nummernschild. So sieht es eine freiwillige Vereinbarung von fünf Bootsverleihern mit dem Landkreis Lüneburg vor.

„Wir sind uns einig, dass die Ilmenau sehr stark frequentiert wird. Und dass es ein besonderes Problem ist, wenn Paddler sich nicht an die Regeln halten“, berichtet Katrin Holzmann, Pressesprecherin des Landkreises Lüneburg. Immer wieder gab es Besschwerden über lärmende Kanuten, zertretene Ufer und hinterlassenen Müll. Besonders rücksichtlos sind die Bootsbesatzungen erfahrungsgemäß zu Himmelfahrt. Einmal wurden sogar die Nisthöhlen des seltenen Eisvogels verstopft.

Dabei steht die landschaftlich reizvolle Wasserstrecke zwischen dem Flusskilometer 34 Bienenbüttel und 58 Lüneburg unter Naturschutz. Die Kanu-Besatzungen dürfen nur an den fünf ausgewiesenen Anlegestellen an Land gehen.

Bislang war es jedoch schwer, die Verursacher zu identifizieren. Das soll durch die Kombination aus Verleiher-Logo und Nummer anders werden. „Die Kennzeichnung soll die Verantwortung der Verleiher und der Leute, die in den Booten unterwegs sind, deutlich machen“, betont die Kreis-Sprecherin. Tanja Stahl, deren Unternehmen „Kanu aktiv“ in Bienenbüttel und Bad Bevensen 60 Boote vorrätig hat, stellt fest: „Die freiwillige Vereinbarung soll helfen, die Störungen von einzelnen schwarzen Schafen zu vermeiden.“

Schon bislang habe sie die Kunden auf das Naturschutzgebiet hingewiesen: „Bei uns bekommt jeder vorher eine Einweisung. Die Strecke mit den Anlegestellen wird erklärt und er wird für die Natur sensibilisiert.“ Für sie ist es selbstverständlich: „Wenn man den Eisvogel sieht, paddelt man nicht lärmend über die Ilmenau.“ Zukünftig registriert Stahl auch die Daten ihrer Kunden. Es drohen empfindliche Bußgelder.

Als nächsten Schritt erwägt die Lüneburger Kreisverwaltung eine Befahrungsverordnung für die Ilmenau. Ob sie kommt, solle im Herbst nach den Erfahrungen der Saison 2015 beraten werden, sagt Katrin Holzmann. Auf der Luhe gibt es Fahrverbote bei niedrigen Wasserständen.

Von Gerhard Sternitzke

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