Auswanderer Bruno Dittrich aus Bienenbüttel betreibt ein Fotostudio auf der Atlantikinsel La Gomera

„Niemand, der dir Stress macht“

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Bilderbuchlandschaft auf der Atlantikinsel La Gomera: Hier lebt der Auswanderer Bruno Dittrich, der in Bienenbüttel in der Heinrichstraße aufwuchs. „Die Menschen sind hier unglaublich friedlich und gelassen“, schwärmt der gebürtige Bienenbütteler. Einmal wöchentlich trifft er sich zum Skatspielen mit anderen Auswanderern.

Bienenbüttel. Einfach den Koffer packen, den Job kündigen und ab auf die Atlantikinsel La Gomera – manche Menschen mögen davon träumen, aber Bruno Dittrich (63) hat es getan: Der Bienenbütteler Fotodesigner, TV-Journalist und Kameramann führt jetzt ein ruhiges Aussteigerleben auf der spanischen Kanareninsel.

„Hier gibt es niemanden, der dir Stress macht“, sagt Fotograf Bruno Dittrich (63). Der Auswanderer aus Bienenbüttel hat auf der Urlaubsinsel ein Fotostudio eröffnet.

„Hier gibt es niemanden, der dir Stress macht“, schwärmt Bruno Dittrich, der im Küstenort Vueltas lebt – einer kleinen Hafensiedlung mit vierstöckigen Appartmenthäusern, schmaler Strandbucht und kunterbunten Fischerbooten. Der einstige Absolvent der Bad Bevenser Fritz-Reuter-Schule und spätere Fotoreporter der Hamburger Magazine „Geo“ und „Stern“ hat auf La Gomera nicht nur ein eigenes Fotostudio mit Meerblick in der Straße „Pescuecito 32“ eröffnet. Er bietet auf der kleinen Nachbarinsel Teneriffas auch eigene Fotoseminare und Exkursionen an, um Hobbyfotografen beim „Ablichten“ von Walen und Delfinen, aber auch Greifvögeln, Aktmodellen oder Osterprozessionen zu helfen. Drei deutsche Fotoagenturen versorgt er nebenbei mit professionellen Bildern.

„Die Nachfrage nach kanarischen Fotos und Videoclips ist in Deutschland erstaunlich hoch“, sagt Bruno Dittrich im 25 Grad warmen Sonnenschein La Gomeras.

Der gebürtige Bienenbütteler war im Dezember 2004 auf die Insel der Palmentäler, Lorbeerwälder und grauen Sandstrände ausgewandert, nachdem er 25 Jahre lang als selbstständiger Fotograf und Tierfilmer für deutsche Magazine, Wochenzeitungen und Fernsehsender tätig gewesen war.

„Aber wenn du jahrzehntelang wie ein Vagabund um die Welt ziehst, hast du irgendwann keine Lust mehr“, gesteht der ehemalige Anwohner der Bienenbütteler Heinrichstraße.

Auf La Gomera könne er täglichen Sonnenschein genießen, jederzeit im Meer baden, eigene Fotosafaris leiten und einsame Bergwanderungen machen.

„Die Menschen sind hier unglaublich friedlich und gelassen“, schwärmt Bruno Dittrich. Einmal wöchentlich trifft er sich zum Skatspielen mit anderen Auswanderern. „Und wenn mich der Inselkoller packt, fahre ich einfach mit der Fähre in den touristischen Süden Teneriffas: Dann bin ich nach einem Tag kuriert“, gesteht er.

Als Jugendlicher hatte er in einer Lüneburger Vogelpflegestation gejobbt und Kontakt zu den Tierfilmern Heinz Sielmann, Henry Makowski und Eugen Schumacher bekommen.

„Ich habe die Beziehung dermaßen intensiviert, dass ich als Assistent und Kameramann bei den Filmproduktionen anfangen durfte – und meine ersten Tierfilme mit 19 Jahren drehen konnte“, erzählt der ehemalige Bienenbütteler. Mit 23 Jahren konnte er im nagelneuen „Geo“-Magazin eine vielgerühmte Eisvogel-Titelreportage veröffentlichen – und kurz darauf durfte er für den „Stern“ in den Sudan fliegen, um Störche bei ihrem Flug ins Winterquartier zu beobachten.

„Von da an war ich für ein Leben in Bienenbüttel für immer verdorben“, sagt Bruno Dittrich. Einmal jährlich kehre er in den Norden des Landkreises Uelzen zurück, um seinen Bruder Peter in Bienenbüttel zu besuchen. „Eine Woche in Bienenbüttel ist sehr schön – aber dann zieht es mich wieder hinaus in die Welt.“

Von Martin Seger

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