Bienenbütteler Bauausschuss streitet über die Gestaltung der Kreisverkehrsfläche / Bürger wünschen sich Heide

Mehr Bäume für den Kirchenkreisel

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Gartenmeister Thomas Tippe präsentiert im Bauausschuss seinen Entwurf für die Gestaltung des Bienenbütteler Kirchenkreisels mit Heidebeeten.

Bienenbüttel. Bienenbüttel in der Lüneburger Heide – aber wo blüht die Heide eigentlich? An ein paar Wegerändern im Wald und vielleicht zukünftig auf dem Kirchenkreisel mitten im Ort.

So wollen es 20 von 28 Bewohnern, die ihre Vorschläge für die Gestaltung des länglichen Ovals im Rathaus eingereicht haben. Im Bauausschuss am Dienstagabend war das Heidebeet jedoch umstritten.

„60 bis 70 Prozent der Bürger haben sich für eine Heidebepflanzung ausgesprochen“, berichtete Gärtenmeister Thomas Tippe, der angeboten hat, die Fläche kostenlos zu bepflanzen und fünf Jahre lang zu pflegen. Er hat großzügige Flächen mit Winter- und Besenheide geplant, die nach seinen Worten das ganze Jahr über blühen. Einige Wacholder und Findlinge sowie drei kleinkronige Hainbuchen sollen die Heidelandschaft komplett machen. Zudem hat Tippe eine wellenförmige Pflanzfläche mit Schmuckgräsern eingeplant. „Es könnte die Ilmenau symbolisieren.“

Dr. Matthias Kathmann

„Ich will keine Heide schlechtmachen“, sagte Dr. Matthias Kathmann, fachkundiger Bürger im Bauausschuss. „Aber ist das ein Ort, wo man sich wohlfühlt?“ Durch die Neugestaltung der Bahnhofstraße seien die Linden im Ortskern verschwunden. „Der Platz ist so groß. Ich glaube nicht, dass zwei, drei Bäumchen den Raum gliedern können.“ Allerdings war auch die Baumpflanzung umstritten. Bürgermeister Dr. Merlin Franke wies darauf hin, der Landkreis verlange, dass die Autofahrer freie Sicht haben. Und Bauamtsleiterin Inga Heitmann betonte: „Es ist ganz wichtig, dass keine Konkurrenz zur Kirche entsteht.“ „Der Wald wirkt für mich wie eine Wand, die mich abhält in den Ort zu fahren“, meinte Seniorenbeirats-Vorsitzender Dieter Heinemeyer. „Der andere Entwurf ist viel offener, einladender.“

Reinhard Schelle-Grote sprach sich gegen das Heide-Beet aus. „Das hat mit unserem Entwurf fast nichts mehr zu tun. Wer hat das beauftragt?“, fragte der Grünen-Ratsherr. „Heide wirkt manchmal sehr kitschig.“

Dem hielt Mathias Jeßen (KA) entgegen, es wäre dem Steuerzahler schwer zu erklären, wenn man eine kostensparende Alternative nicht geprüft hätte. „Vieles ist ja auch Geschmackssache.“ Der Ausschluss einigte sich schließlich einstimmig auf einen Kompromissvorschlag von Jeßen und Holger Janßen (KA): Über der Heide werden sechs bis acht Hainbuchen gepflanzt.

Von Gerhard Sternitzke

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