Studierende der Universität untersuchen ökologische und soziale Aspekte in Bienenbüttel

Markthalle im Fokus der Leuphana

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Die Markthalle Bienenbüttel vereint mehrere Unternehmen unter einem Dach. Für die Leuphana ist sie dadurch zu einem interessanten Forschungsobjekt geworden.

Bienenbüttel/Lüneburg. Die Markthalle Bienenbüttel ist derzeit Forschungspartner der Leuphana Lüneburg. Gut 30 Studierende der Universität schreiben momentan an Hausarbeiten, die die einzelnen Aspekte der Unternehmerkooperation durchleuchten sollen.

Die Ziele beschreiben die betreuenden Wissenschaftler Lotte Lutz und Felix Modelsee vom Institut für Ethik und Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung: „Wir wollen Wissen schaffen über Unternehmenszusammenschlüsse, die eine Agenda verfolgen, die über ökonomische Interessen hinausgehen. “ Das beträfe unter anderem auch soziale oder ökonomische Verbesserungen im Umfeld der Kooperation – etwa durch die Einbindung regionaler Produkte oder eines kulturellen Programms, wie es zum Konzept der Markthalle gehört.

Konkret geht es um vier einzelne Aspekte: die Zusammenhänge zwischen kulturellen Veranstaltungen und regionaler Identität; ökologische Verbesserungsmöglichkeiten im Transportwesen; Eigenkonzeption und Wahrnehmung von so genannten „Lokalen Lebendigen Ökonomien“; nachhaltige Entwicklung als Orte der Bildung.

Dass sich lokale Unternehmen zu Unternehmergemeinschaften zusammenschließen, um im Schulterschluss die Region zu stärken und auch eine Art Treffpunkt zu werden, sei Teil eines Trends, so heißt es von der Leuphana – als Gegengewicht zur Globalisierung.

Dabei prallt dann Wissenschaft auf Praxis. Loni Franke, Geschäftsführerin der Markthalle, musste die Studierenden, als die bereits im vergangenen Jahr die Markthalle besuchten, auf den Teppich holen: „Das war anfangs sehr hochtheoretisiert. Eine wissenschaftlich representative Umfrage ist in Bienenbüttel schwer zu machen“, sagt sie als Beispiel. Üblicherweise verlangt die Statistik dafür 1000 Befragte. In Bienenbüttel ist das, bei Licht betrachtet, schwer. Studierende befragten Gäste der Markthalle, Geschäftstreibende, Passanten auf der Straße und kamen laut Franke auf etwa 100 Einschätzungen. Viele von den Studierenden gesuchte Ansätze wie die Zusammenarbeit der Zulieferer, seien ebenfalls einfach nicht machbar, so Franke. Aber die Kluft ist durchaus gewünscht, so Modelsee: „Für unser Institut ist der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis ein wichtiger Punkt. Bienenbüttel war für uns ein reizvoller Partner, weil dort sehr greifbar alles unter einem Dach geschieht.“ Einerseits soll dadurch ein Teil wissenschaftlich verallgemeinbarer Fakten entstehen, andererseits soll auch einfach praktisches Wissen über lokale Unternehmenskooperationen vermittelt werden. Im Frühjahr sollen die Projektergebnisse vorgestellt werden.

Von Kai Hasse

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