SPD-Ratsherr Arnold Witthöft fordert

Bezahlbarer Wohnraum für Senioren in Bienenbüttel: „Man muss irgendwie anfangen“

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Seniorengerechter und bezahlbarer Wohnraum ist in Bienenbüttel knapp. Die SPD und das Soziale Netzwerk setzten sich für die Schaffung neuer Seniorenwohnungen ein.

Bienenbüttel. Im Alter wird das Leben beschwerlich. Die Beine wollen nicht mehr so. Und wenn Augen und Reaktionsfähigkeit nachlassen, lässt mancher auch das Auto stehen. Doch auf dem Dorf fehlen Begegnungsmöglichkeiten, Geschäfte und Ärzte.

Viele Senioren geben deshalb ihr Häuschen auf und ziehen in die Zentralorte, so auch nach Bienenbüttel. Doch Wohnraum wird hier allmählich knapp. Die Bienenbütteler SPD setzt sich deshalb dafür ein, bezahlbaren Wohnraum im Kernort zu schaffen.

„Viele Ältere wollen nach Bienenbüttel ziehen und finden nichts“, erklärt Fraktionssprecher Arnold Witthöft. „Bisher wurde von ortsansässigen Investoren nur Wohnraum für Interessenten geschaffen, die hier Geld anlegen oder gegebenenfalls selbst höherwertigen Wohnraum für sich selbst nutzen wollen.“ Bezahlbarer Wohnraum für ältere Bürger mit kleiner Rente seien dagegen Mangelware.

Die SPD hat auch schon einen konkreten Vorschlag, um dies zu ändern. Anstelle eines älteren Gebäudes Am Feuerwehrhaus 1a bis d, das sich in Gemeindebesitz befindet, könnte die Gemeinde oder ein Investor barrierefreien Wohnraum für Senioren errichten. „Das wird nicht ausreichen“, weiß Witthöft, „aber man muss irgendwie anfangen.“ Eine direkte Subventionierung von Wohnraum verlangt er aber nicht.

Das Problem der wohnungssuchenden Senioren wurde im Sozialen Netzwerk Bienenbüttel aufgeworfen, dessen Schriftführer Witthöft ist. „Die Preise haben ziemlich angezogen, und die Wohnungen sind ganz schnell weg“, bestätigt auch Pastor Jürgen Bade als Moderator des Netzwerks. Grund für die Entwicklung, die nicht nur die Alten trifft, ist der Zuzug aus den Regionen Lüneburg und Hamburg. Vor allem altersgerechte Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen fehlten. So gebe es auch für den geplanten Neubau auf dem Grundstück des abgerissenen Feuerwehrhauses mehrere Interessenten.

Bade folgert daraus: „Es wäre gut, wenn es eine Wohnungsbaugesellschaft gäbe, die hier bauen würde.“ Dafür müssten gegebenenfalls auch Bebauungspläne geändert werden, um Lückenbebauungen auch mit mehreren Geschossen im Ortskern zu ermöglichen.

Statistische Zahlen zu dem Problem liegen bislang nicht vor. Die möchte die Kirchengemeinden Bienenbüttel und Wichmannsburg durch eine Umfrage gewinnen. Dieter Heinemeyer vom örtlichen Seniorenbeirat sieht keinen dringenden Bedarf. „Ich denke, dass der freie Markt das regelt“, meint er auf AZ-Nachfrage. Betroffene Rentner könnten sich aber an den Seniorenbeirat wenden. Der könne zwar keine Miete zahlen, aber bei der Wohnungssuche helfen und beraten.

Von Gerhard Sternitzke

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