Siebte Bienenbütteler Buchwoche im November wird erstmals von einem Verein organisiert

Literatur abseits des Mainstreams

+
Merlin-Autor Boualem Sansal liest bei der Bienenbütteler Buchwoche aus seinem Roman „2084“. Ab dem 6. November gibt es wieder sieben Lesungen mit sieben Verlagspräsentationen an unterschiedlichen Veranstaltungsorten in der Gemeinde.

Bienenbüttel. Wo liegt eigentlich Bienenbüttel? Diese Frage hat sich so mancher Schriftsteller gestellt, der gebeten wurde, hier aus seinen Büchern zu lesen.

Inzwischen wissen die Literaten, dass der Ort zwar abseits des großen Kulturbetriebs liegt, doch dass es hier eine kleine, aber feine Literaturreihe gibt, die sich inzwischen etabliert hat.

Die siebte Bienenbütteler Buchwoche beginnt am 6. November um 18.30 Uhr in der Buchhandlung Patz. Bis zum 13. November gibt es wieder sieben Lesungen und Verlagspräsentationen an sieben verschiedenen Standorten im Gemeindegebiet.

Dr. Katharina Meyer.

In diesem Jahr organisiert erstmals der Freundeskreis Buchwoche die Veranstaltungsreihe. Die Namen sind dieselben: Anne-Grete und Detlef Patz von der Bienenbütteler Buchhandlung und Dr. Katharina Meyer vom Merlin-Verlag in Gifkendorf. Der Verein, der sich momentan in Gründung befinde, sei notwendig, um Fördermittel zu organisieren, erklärt Dr. Katharina Meyer. Denn ohne Fördermittel könne man die Honorare der Autoren nicht abdecken.

Die Gemeindebücherei veranstaltet wie in den Vorjahren eine Lesung, tritt aber nicht mehr als Organisatorin auf. Das habe formale Gründe, betont Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke auf AZ-Nachfrage. „Die Gemeinde unterstützt die Buchwoche natürlich weiterhin.“

Abseits, das gilt weiter für das Programm unter dem bekannten Motto „Es geht um das Buch“. „Der Verein hat in der Satzung festgeschrieben, dass er sich der Förderung der Literatur abseits des Mainstreams widmet“, berichtet Katharina Meyer. Und die Verlegerin fügt hinzu: „Da gibt es unbegrenzte Möglichkeiten.“ So werden sich auch in diesem November wieder kleine Verlage und nicht ganz so bekannte Autoren in Bienenbüttel vorstellen.

Ganz unbekannt ist Boualem Sansal nicht, denn immerhin erhielt der 66-jährige Autor algerischer Herkunft 2011 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Ein Geheimtipp sei er dennoch, glaubt Meyer: „Es gibt viele, die ihn noch nicht kennen.“ Der Merlin-Autor liest zum Abschluss der Buchwoche am 13. November (15.30 Uhr im Verlag) aus seinem Roman „2084. Das Ende der Welt“.

Von Gerhard Sternitzke

Kommentare