Linden sollen nicht verschwinden

Die Linden an der Bienenbütteler Bahnhofstraße sollen gefällt werden – die Bündnisgrüne Katinka Koke will das verhindern. Foto: Ph. Schulze

ib Bienenbüttel. In einem Eilantrag an die Bienenbütteler Gemeindeverwaltung will Katinka Koke, Ratsfrau für die Grünen, die geplante Fällung aller Linden entlang der Bahnhofstraße verhindern.

Wie berichtet, ist im Rahmen der Umgestaltung der Bahnhofstraße geplant, sämtliche vorhandenen Linden durch Apfeldorne auszutauschen. Schon morgen sollen die ersten Linden gefällt werden, hat die Ratsfrau erfahren.

Für Katinka Koke ist keine eindeutige Beschlusslage für diese Maßnahme ersichtlich. „Welches Gremium hat konkret mit welchem Beschluss und wann das Fällen der Linden beschlossen?“, will sie von der Verwaltung wissen. Die als Ausgleichspflanzung vorgesehenen Apfeldorne hält sie aus Naturschutzgründen für nicht sinnvoll. Auch die Anzahl der Bäume solle überprüft werden, fordert Koke. „Meines Erachtens muss für eine Linde auch wieder eine Linde gepflanzt werden beziehungsweise je nach Alter mehrere“, fordert sie. Auch den Wert jedes einzelnen Baumes will sie festgestellt wissen.

„Nach Bundesumweltrecht gibt es Vorschriften zur Stadtbegrünung. In Zeiten von Klimaschutz, Klima-Erwärmung, Temperaturanstieg etc. dienen Bäume wie Linden als Schattenspender“, mahnt Katinka Koke eindringlich. „Darüber hinaus sind insbesondere Linden wichtig für das Überleben der Bienen. Es ist paradox, wenn ausgerechnet Bienenbüttel hier dem Bienensterben Vorschub leistet. Apfeldorn, zumal an Jahren deutlich jünger als die schönen alten Linden, stellt den Bienen nicht im Ansatz ein vergleichbares Maß an Blüten zur Verfügung.“

Nach Auffassung der Bündnisgrünen wurde für die Verkehrsberuhigung in den ursprünglichen Dorferneuerungsplänen insbesondere die Verschwenkung der Fahrbahn vorgesehen. „Das heißt, die – meisten – Bäume/Linden stehen sehr gut an ihrem Platz. Wenn man nun durch den Bienenbütteler Ortskern eine schnurgerade Straße baut, konterkariert man das Bemühen, die Autofahrer zu Tempo 30 anzuhalten.“ Aus ihrer Sicht ist die Fällung nicht nötig für den Umbau der Bahnhofsstraße. „Im Übrigen sollte die Dorferneuerung den Ort und das Ortsbild attraktiver und nicht ‘toter’ machen“, so Koke.

Nach Ansicht der Grünen – und vieler anderer Bienenbütteler, wie Koke sagt – ist die Gestaltung der Bahnhofstraße und des gesamten Ortsbildes nicht allein Sache der Anwohner. „Es ist unser aller Zentrum, das wir weiter gern nutzen und lebendig halten möchten.“

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