Hubschrauber über Bienenbüttel / Bundeswehr übt Evakuierung Verletzter in Afghanistan

Letzte Rettung aus der Luft

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Hubschrauberpiloten vom Fliegerhorst Faßberg übten auf dem Standortübungsplatz Wendisch Evern die Rettung verletzter Soldaten. Die Maschinen des neuen Typs NH 90 überflogen dafür von Montag bis Donnerstag die Gemeinde Bienenbüttel.

Bienenbüttel/Wendisch Evern. Das Wummern tonnenschwerer Bundeswehrhubschrauber beunruhigte in den vergangenen Tagen die Bewohner in der Gemeinde Bienenbüttel. Immer zu zweit donnerten die olivgrünen Ungetüme im Tiefflug über Feld und Wald.

Grund des Einsatzes war die militärische Übung „Forward Air Medevac“. Dabei übten Piloten des Fliegerhorsts Faßberg von Montag bis Donnerstag die Rettung von Verwundeten aus der Luft.

Schauplatz war der an die Gemeinde Bienenbüttel angrenzende Standortübungsplatz Wendisch Evern. Dabei „spielten“ Soldaten des Aufklärungslehrbataillons 3 aus Lüneburg eine Situation, die zum Alltag in Afghanistan gehört: Ein Spähtrupp gerät in einen Hinterhalt und wird beschossen. Es gibt Verletzte. Mit dem neuen Militärhubschrauber NH 90 werden sie in die drei Kilometer entfernte Theodor-Körner-Kaserne ausflogen. Die Hubschrauber fliegen immer zu zweit, die zweite Maschine übernimmt die militärische Absicherung.

Die Übung bereitet die Faßberger Piloten auf ihren Einsatz in Afghanistan vor, erläutert Major Tobias Ludwig vom Aufklärungslehrbataillon 3, der das Szenario mit vorbereitet hat. „Im Einsatz ist es so, dass die Einsatzkräfte innerhalb einer Stunde ausgeflogen werden können. Diese Sicherheitskette muss geübt werden.“

60 Soldaten aus der Theodor-Körner-Kaserne waren im Einsatz, darunter das Sanitätspersonal. Ziel des Hubschrauberflugs war die Rettungsstation, die auf dem Kasernengelände aufgebaut war, so Ludwig: „Das ist eine Zeltstation, die so eingerichtet ist, dass hier auch Operationen durchgeführt werden können.“

Die Hubschrauber wurden jeweils vom Fliegerhorst Faßberg angefordert und kehrten nach dem Einsatz dorthin zurück. Drei Flüge pro Tag, auch nachts, waren geplant, aufgrund der Witterung und technischer Probleme konnten nicht alle durchgeführt werden konnten, wie Ludwig berichtet.

Der neue Hubschrauber NH 90 ist wegen technischer Probleme in der Diskussion. „Die Erfahrung der Truppe zeigt, wenn soviel Technik eingebaut ist, gibt es immer Kinderkrankheiten. Aber die Piloten sind zufrieden. Das ist ein Quantensprung“, sagt Hauptmann Christoph Meyer, Presseoffizier der Truppe in Lüneburg. „Für uns ist wichtig, wenn wir im Einsatz verletzt werden, dass sie uns retten können.“

Von Gerhard Sternitzke

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