Land verteidigt Hohnstorf-Pläne

Hohnstorf. Das Land Niedersachsen hält den Standort Hohnstorf für eine Tank- und Rastanlage im Vergleich zu Secklendorf oder Römstedt als Alternativstandorten am geeignetsten. Diese Information erhielten am Donnerstag die Grünen-Landtagsabgeordneten Miriam Staudte und Enno Hagenah auf eine entsprechende Anfrage, die Verkehrs- und Wirtschaftsminister Jörg Bode beantwortete.

Wegen der vorgeschriebenen Höchstabstände zwischen Rastanlagen von 50 bis 60 Kilometern habe man einen Standort möglichst in der Nähe von Lüneburg suchen müssen, heißt es. Außerdem seien die Zerschneidungen der landwirtschaftlichen Flächen bei Römstedt und Secklendorf gravierender als es in Randlage des Elbe-Seitenkanals bei Hohnstorf der Fall wäre. Eine Rastanlage in den Bereichen Secklendorf oder Römstedt bewertet das Land hinsichtlich des Landschaftsbildes deutlich ungünstiger, da sie von allen Seiten einsehbar wäre. Der Standort bei Hohnstorf wäre derweil von drei Seiten von Wald umgeben. Und auch geschützte Tierarten finden sich bei Secklendorf und Römstedt.

Zum aktuellen Bodenrichtwert nahm Bode ebenfalls Stellung: So beträgt dieser für das laufende Jahr 1,15 Euro/qm für Acker und 0,60 Euro/qm für Grünland. Grundsätzlich, so schickte Bode vorweg, soll zur Verminderung des Landverlustes und der landwirtschaftlichen Nebenschäden für den Bau der A 39 einschließlich der Rastanlagen ein Unternehmensflurbereinigungsverfahren durchgeführt werden.

Indes waren am Donnerstag Hohnstorfs Ortsvorsteherin Heike Schweer, CDU-Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer sowie Bienenbüttels CDU-Fraktionschef Stefan Waltje und Reinhard Meyer von der Hohnstorfer Bürgerinitative bei Staatssekretär Oliver Liersch im Verkehrsministerium in Hannover, um dort ihre Sorgen zu den aktuellen Planungen vorzutragen. Aufgrund des deutlichen Widerstandes der Hohnstorfer gab Hillmer zu bedenken, dass die Durchsetzung des Bauvorhabens wohl nur über Enteignungen möglich sein wird. Derweil sei in Uelzen eine solche Rastanlage erwünscht.

Staatssekretär Liersch erklärte der Abordnung, dass seine Mitarbeiter an die Vorgaben des Bundes gebunden sind. „Wir befinden uns in einem sehr frühen Planungsstadium, noch ist nichts festgezurrt“, sagte er aber. Außerdem wurde den Bienenbüttelern eine intensive Prüfung alternativer Standorte und eine faire Prüfung des Standortes Uelzen zugesichert.

Von Ines Bräutigam

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