Kunsterlebnis in Etappen

Bienenbütteler Kulturradeln lädt zum Entdecken und Mitmachen ein

Bienenbüttel. Es gibt ja Events, die müsste man glatt erfinden, wenn es sie nicht schon gäbe:

Kulturradeln nennt sich die sportlich-sinnliche Spritztour für Körper und Geist, die der nimmermüde Bienenbütteler Kulturverein am Wochenende bereits zum fünften Mal auf die Beine, oder besser gesagt, auf die Räder gestellt hat. An über 20 Stationen im gesamten Gemeindegebiet zeigten regionale Künstler und Kunsthandwerker, Kleinkünstler und Musiker ihr Können und luden die kleinen und großen Radler auch zum Lernen und Mitmachen ein.

Die drei Freundinnen Gerda Buchholz, Magdalene Behr und Hannelore Othmer starten ihre Kultur-Tour am Gemeindehaus der St.-Michaelis-Kirche, in dem Antje Dohrmann unter dem Titel „Hoffnungsgrün“ ihre mit Psalmworten und Segenswünschen kommentierten Fotos im Großformat und auf Kalendern und Postkarten präsentiert. „Die sind überwiegend mit einer einfachen Kompaktkamera aufgenommen“, überrascht sie die staunenden Betrachter und fügt hinzu: „Die Fotografie soll auch Schwerpunkt meines neuen Ateliers ,Buntspecht‘ in der Bargdorfer Heide werden.“ Und während die Kids in der benachbarten Kita das Filzen lernen oder andere unter der fachkundigen Führung und fruchtig-köstlichen Bewirtung von Kirchenvorstands-Mitarbeiterin Ina Mummert den Kirchturm besteigen, schwingt sich das rüstige Damen-Trio wieder auf die Sättel. „Wir wollen als Nächstes unbedingt zur Kunsthandwerksausstellung auf dem Hof der Wedekinds nach Bargdorf“, gibt Hannelore Othmer den weiteren Routenverlauf vor und weist gutgemeinte Zweifel an etwaig mangelnder Kondition resolut von sich: „Wir sind öfter unterwegs, wir können Radfahren!“

Die elterliche Garage hat sich der Steddorfer Fotograf Ulrich Niehoff für seine Ausstellung „Bienenbütteler Gesichter“ ausgesucht, die über 40 Schwarz-Weiß-Portraits „von Menschen zeigt, die sich eigentlich nicht gerne fotografieren lassen. Aber jeder konnte sich auch entscheiden, ob er lächelt oder nicht.“ Anke Mittelstädt entschied sich für die freundliche Variante, und gibt, sichtlich angetan von der ersten Begutachtung ihrer Ablichtung, den nächsten heißen Tipp: „Zur Möbelei nach Hohnstorf, da musst du hinfahren!“

Dort angekommen, empfängt den Besucher im mediterranen Ambiente des sonnendurchfluteten Innenhofes eines denkmalgeschützten Anwesens gleich eine bunte Schar von Künstlern und (Kunst-)Handwerkern: von Malerei, Musik und Mode über antike Möbel und schwedische Musik bis hin zur Klangschalen-Massage und Märchenstunde für Kinder und Erwachsene kamen die Kulturradler auch hier voll auf ihre (nichtvorhandenen) Kosten. „Heute haben wir schon über 200 Besucher gezählt“, freut sich Möbel-Restauratorin Ans Burmester bereits am späten Samstagnachmittag, „und am Sonntag kommen erfahrungsgemäß noch mehr.“

Von Marcus Kieppe

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