Neuer Firmensitz in Bienenbüttel wird im Oktober bezogen

Der Kunde funktioniert – Almased: Abnehmpulver ist ein Selbstläufer 

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Blick aus dem neuen Almased-Verwaltungstrakt in das Logistikzentrum, wo gerade zwei Handwerker mit dem Hubwagen unterwegs sind. Voraussichtlich im Oktober wird der Neubau der neuen Almased-Zentrale bezogen.

Bienenbüttel. „Einfach weil es funktioniert. “ Mit dieser kurzen Werbeaussage verkauft Almased jährlich 8 Millionen 500-Gramm-Dosen seines Abnehm-Pulvers.

Was die Mixtur aus Soja, Honig und Joghurtpulver bewirkt, das wissen die Käufer offenbar schon, oder sie entnehmen es dem Kleingedruckten. Dass die Richter des Landgerichts Lüneburg und des Oberlandesgerichts Celle dem Bienenbütteler Unternehmen im vorigen Jahr Aussagen zur Wirkung auf Gewicht und Stoffwechsel untersagten – geklagt hatte die Verbraucherzentrale Sachsen – scheint dem Absatz keinen Abbruch zu tun.

Wie viel Geld Almased mit dem Slogan umsetzt, das behält Gründer und Geschäftsführer André Trouillé (61) lieber gleich für sich. Derzeit entsteht im Bienenbütteler Gewerbegebiet Klaepenberg für 1,5 Millionen Euro ein neuer Firmensitz mit Logistikzentrum – insgesamt gut 1300 Quadratmeter Grundfläche (AZ berichtete). Die 30 Mitarbeiter werden voraussichtlich im Oktober umziehen.

Bislang sind sie in zwei Einfamilienhäusern im Bienenbütteler Ortskern untergebracht. Dort herrscht drangvolle Enge. Neben dem neuen Verwaltungstrakt mit viel Glas ist auf der Baustelle an einem Kiefernwäldchen ein Auslieferungslager mit vier Lkw-Anschlüssen entstanden. Hier werden – verkehrstechnisch günstig an der B 4 gelegen –Konfektionierung und Versand von Kleinmengen und Werbematerial für Apotheken neu organisiert, erklärt Trouillé. Neun zusätzliche Mitarbeiter wurden für das Logistikzentrum eingestellt.

Produktion und Versand sind bislang an Fremdunternehmen vergeben. „Weil es andere besser können als wir“, wie der gelernte Kaufmann betont. Auch ihr Standort ist Betriebsgeheimnis. Schließlich gibt es viele Mitbewerber auf dem Markt, auf dem Almased nach wie vor einen Anteil von 60 Prozent behauptet.

Sie alle nutzen das Grundrezept, das der Vater des Firmengründers, der Bienenbütteler Heilpraktiker Hubertus Trouillé, entwickelt hat, um den Stoffwechsel seiner Patienten zu verbessern. Dass man damit auch abnehmen könnte, stellte sich erst später heraus. Die Unterschiede zu den Mitbewerbern liegen im Detail – in der Qualität der Zutaten oder den beigesetzten Spurenelementen. „Die anderen nehmen getrockneten Backhonig“, gibt er ein Beispiel. Dieser habe eine deutlich geringere Enzym-Konzentration.

Um den Nachweis für die Wirksamkeit des Nahrungsergänzungsmittels zu erbringen, hat das Unternehmen bislang 37 wissenschaftliche Studien finanziert. Gefälligkeitsgutachten seien das nicht, betont Trouillé: „Wir haben nie einen Einfluss darauf, was rauskommt. Das müssen wir unterschreiben.“

Derzeit testen Versuchspersonen der Universität Adminton in Kanada das Bienenbütteler Patent in der Stoffwechselkammer. Dabei wird über die Luft die Energieabgabe der Probanden gemessen, um den Effekt auf den Stoffwechsel zu untersuchen. Denn gegen das Urteil ist Almased vor den Europäischen Gerichtshof gezogen. Eine Entscheidung wird erst Mitte 2017 erwartet. Trouillé bleibt dabei: „Wir haben genug Studien, die ausweisen: 99,9 Prozent der Probanden nehmen ab.“

Von Gerhard Sternitzke

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