Gastwirte holen Hilfe

„Die Kochprofis“ unterstützen Grünhagener Restaurant Mühlenstein

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„Ich glaube, wir brauchen hier ein bisschen mehr Handschrift.“ Ole Plogstedt (links) ist einer der drei „Kochprofis“, die dem Grünhagener Gastwirtsehepaar Zoran Lipovac und Steffanie Mühlenfarth-Lipovac vor laufender Kamera unter die Arme greifen.

Bienenbüttel-Grünhagen. Zoran Lipovac ist angespannt. Nicht, dass er sein Handwerk nicht beherrschen würde. Der 44-Jährige ist gelernter Koch mit Berufserfahrung, aber jetzt steht alles auf dem Prüfstand.

Ole Plogstedt ersetzt erst einmal das Salat-Fertigdressing durch eine eigene Kreation auf Basis von Senf und Quittenmarmelade. „Das darf mehr Bums haben. Mehr Mut zum Abschmecken!“, rät er vor laufender Kamera: „Die Profiköche“ aus der gleichnamigen Serie auf RTL II haben genau drei Drehtage, um das Grünhagener Restaurant „Mühlenstein“ auf die Erfolgsspur zu setzen.

Will ich hier Currywurst und Burger essen, oder darf’s auch mehr sein?“

„Liegt es am Haus?“, fragt sich Lipovacs Frau Steffanie Mühlfarth-Lipovac. „Es müsste viel mehr los sein.“ Das Paar hat das alte Gasthaus vor der Eröffnung im November vorigen Jahres modern eingerichtet, und es liegt verkehrsgünstig an der B 4. Dennoch kommen nicht genügend Gäste. Das Wirtsehepaar ist weiterhin darauf angewiesen, mit Nebenjobs in Hamburger Bäckereien Geld zu verdienen. „Noch arbeiten wird kostendeckend“, sagt die 54-jährige Inhaberin. „Aber wir nehmen die Hilfe an, bevor es zu spät ist.“

Und Ole, der sofort das „Du“ anbietet, findet: Das ist hier kein hoffnungsloser Fall – der Teufel steckt eher im Detail. Etwa in der üppigen Speisekarte. „Will ich hier Currywurst und Burger essen, oder darf’s auch mehr sein?“, fragt der Profikoch. „Ich glaube, wir brauchen hier ein bisschen mehr Handschrift.“ Weniger Speisen also, dafür lieber eine Tageskarte, mit der man vorbeikommende Gäste anlocken könnte, findet Plogstedt.

Was auf der Karte stehen sollte, das steht am Tag zwei der Rettungsaktion noch nicht fest. Am Dienstag haben sich Plogstedt und seine Kollegen Frank Oehler und Nils Egtermeyer durch Lipovacs Speisekarte probiert. Sieben Hauptgänge und vier Vorspeisen hat der 44-Jährige nach einem 16-Stunden-Arbeitstag gezaubert. Gestern experimentieren die drei Profiköche mit dem gebürtigen Kroaten und geben Steffanie Mühlfarth-Lipovac Tipps, um mehr Gäste anzulocken. Heute, an Tag drei, soll das Paar die Hinweise umsetzen. Den Test bei Gästen machen, wie immer in der Reality-Soap, ob dies gelungen ist.

Was der Zuschauer im Fernsehen nicht sieht, ist die Produktion der Folge, deren Ausstrahlungstermin noch unbekannt ist. Angereist sind neben den drei Köchen zwei Kamerateams, bestehend jeweils aus Kameramann und Tontechniker, zwei Requisiteure, eine Maskenbildnerin, der Aufnahmeleiter und zwei Autoren. „Die Autoren schauen sich das Casting an und überlegen eine mögliche Geschichte dazu“, erklärt Aufnahmeleiter Alex Kraska. „Vor Ort ist aber meist alles anders.“

Gestellt ist nichts, beteuert auch Fernsehkoch Plogstedt. „Wir geben uns wirklich Mühe zu helfen.“ Und das vor laufenden Kameras für ein Millionenpublikum. Anfangs war er nervös, räumt Zoran Lipovac ein. Jetzt freut er sich über die Tipps. „Ich hab’s mir schlimmer vorgestellt.“

Von Gerhard Sternitzke

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