Elternanteil bei 20 Prozent

Gemeinde Bienenbüttel: Kitas werden zwei Prozent teurer

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Frühstück im Michaelis-Kindergarten in Bienenbüttel. Die Gebühren für die Kitas und Krippen in der Gemeinde Bienenbüttel steigen zum neuen Kitajahr im August 2016 erneut um zwei Prozent.

Bienenbüttel. Eltern in der Gemeinde Bienenbüttel müssen ab dem nächsten Kindergartenjahr im August 2016 zwei Prozent mehr für die Kinderbetreuung bezahlen. Das hat der Sozialausschuss am Dienstag mehrheitlich empfohlen.

Damit bleiben die Kommunalpolitiker bei der im vorigen Jahr mit dem neuen Kindertagesstättenkonzept beschlossenen Grundsatzentscheidung, Jahr für Jahr um zwei Prozent zu erhöhen, um Kostensteigerungen auszugleichen. Die Anpassung bezieht sich auf die Kernzeiten.

„Es fällt immer schwer, eine Kitagebührenerhöhung vorzunehmen“, räumte Mathias Jeßen (KA) ein. „Wir haben uns aber überlegt, eher regelmäßig und in kleinen Schritten anzuheben.“ Immerhin habe die Gemeinde die Kinderbetreuung im Rahmen des Kindertagesstättenkonzepts – insbesondere durch die Verlängerung der Betreuungszeiten – deutlich verbessert.

Bürgermeister Dr. Merlin Franke spricht deshalb lieber von einer „planmäßigen Gebührenanpassung“ als von einer Erhöhung. „Diese zwei Prozent sind deutlich weniger als die Kostensteigerungen der Gemeinde“, betont der Bürgermeister. Allein die Tariferhöhung für die Erzieherinnen schlage höher zu Buche. „Und die Investitionskosten rechnen wir gar nicht“, so Franke.

2016 sollen am DRK-Kindergarten eine Erweiterung und eine neue Krippe für zwei Gruppen entstehen. Kostenpunkt: 700 000 Euro.

Der normale Betrieb, darunter die Bezahlung des Personals, schlägt 2016 mit 850 000 Euro zu Buche. Noch vor fünf Jahren waren es 300 000 Euro weniger. Üblicherweise sollen Eltern, Gemeinde und Land die Kindertagesstätten zu je einem Drittel finanzieren. Der Elternanteil in Bienenbüttel beträgt laut Franke 20 bis 22 Prozent.

Grünen-Ratsmitglied Victoria Koke stimmte gegen die Erhöhung. „Wir waren für eine schrittweise Senkung und hatten sogar einen Vorschlag zur Gegenfinanzierung gemacht“, so Koke. Das führte zu einem heftigen Wortwechsel mit dem Bürgermeister. „Wie oft wollen Sie noch mit dem Geld aus dem Mühlenbachzentrum finanzieren?“, fragte Franke. Bis heute habe die Grünen-Fraktion keinen Finanzierungsvorschlag vorgelegt. Die Grünen-Politikerin bleibt dabei, aus sozialen Gründen nicht zu erhöhen. „Womit das finanziert werden, soll, bin ich überfragt.“ Die Grünen-Fraktion habe einen Prüfantrag an die Verwaltung gegeben, die nach Möglichkeiten suchen sollte.

Von Gerhard Sternitzke

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