Behörde und Bienenbütteler Verleiher ziehen positive Bilanz / Nicht willkommen sind Flöße

Kanu-Freuden ohne Ärger

+
Die Natur genießen, ohne sie zu stören: Die Information der Entleiher am Kanuanleger Bienenbüttel scheint sich zu bewähren. Die Kreisverwaltung hatte Bußgelder angedroht.

Bienenbüttel. Die mahnenden Worte der Lüneburger Kreisverwaltung haben offenbar gewirkt.

Obwohl am Himmelfahrtstag und am vorigen Wochenende strahlender Sonnenschein und frühsommerliche Temperaturen die Kanuten in Scharen auf die Ilmenau zwischen Bienenbüttel und Lüneburg lockten, gab es offenbar wenige Probleme mit Ausflüglern, die sich nicht an die Regeln im Naturschutzgebiet gehalten hätten. Der Landkreis hatte erstmals mit Bußgeldern gedroht.

Die Zusammenarbeit mit den Kanuverleihern sei gut gewesen, und es habe keine Verstöße gegeben, teilt Kreis-Sprecherin Elena Bartels auf AZ-Nachfrage mit. Allerdings verfügt die Behörde über keine eigenen Kontrolleure. „Grundsätzlich sind wir auf Hinweise von Dritten angewiesen, denn die Kreisverwaltung hat selbst nicht die Kapazitäten, um Kontrollen durchzuführen“, erklärt Elena Bartels.

Ganz ohne Probleme ging es aber nicht ab, denn offenbar waren mehrere Flöße auf der Ilmenau unterwegs, und die sieht die Kreisverwaltung nicht gern: „Flöße haben keine Umrandung, so dass Gegenstände wie Flaschen schnell ins Wasser fallen können“, so die Sprecherin. „Außerdem sind sie nur schwer steuerbar und können somit leicht die Böschung beschädigen.“ Zudem habe es an Land Müll und Lärm gegeben.

Anwohnerin Cornelia Dols aus Bienenbüttel ist der Meinung: „Ermahnen macht sowieso keinen Sinn.“ Scherben seien auf dem Grund des Flusses und auf den angrenzenden Wiesen ein Ärgernis. Sie schlägt vor, es wie auf der Wakenitz in Lübeck zu halten: Dort würden vor dem Einstieg die Flaschen kontrolliert und am Ausstieg nachgezählt. Wem Flaschen fehlten, der müsse zahlen.

Dieser Vorschlag würde die Probleme nicht lösen, ist Elena Bartels überzeugt. „Zudem wäre eine solche Zählung mit enormem personellen Aufwand verbunden.“ Auch Oliver Homann-Stahl von „Kanu aktiv“ in Bienenbüttel hält den Aufwand für zu hoch. „Und dann würde man den bestrafen, der die Mülleimer in Anspruch nimmt.“

Auch der Kanuvermieter, dessen Boote seit dem vorigen Jahr eine Art Nummernschild tragen, zieht eine positive Bilanz. Die Kanuten hätten sich offenbar auch an das Alkoholverbot auf seinen Booten gehalten. Er setzt auf Lenkung durch Information: „Wir haben sehr auf die Einweisung der Kunden gesetzt.“ Jeden Entleiher habe er auf die Regeln im Naturschutzgebiet hingewiesen und um Rücksicht für Eisvogel, Bachmuscheln und Libellenlarven geworben. Da seien Paddler mit eigenen Booten womöglich schlechter informiert.

Zunächst dürfte sich die Situation zwischen Bienenbüttel und Lüneburg entspannen. Wegen des schlechten Wetters rechnet er zu Pfingsten mit deutlich weniger Kanuten.

Von Gerhard Sternitzke

Kommentare