Ausschuss Bienenbüttel empfiehlt: Büro im Bürgerhaus statt Jugendzentrum

Jugendliche ab ins Rathaus

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Zimmer frei? Der Vorschlag des Fachausschusses sieht vor, dass Jugendliche künftig ihren Ansprechpartner in einem Büro im Rathaus finden.

Bienenbüttel. Die Einheitsgemeinde Bienenbüttel geht neue Wege in der Jugendarbeit. Statt eines Jugendzentrums (Juz) könnte ein Gemeindejugendbeauftragter als Ansprechpartner für die Heranwachsenden installiert werden – so zumindest das Modell, das der Ausschuss für Jugend, Sport, Senioren und Soziales auf seiner jüngsten Sitzung empfohlen hat.

Die Idee: Das Jugendzentrum an der Ebstorfer Straße wird geschlossen. Stattdessen bekommt Maximilian Eggeling, der derzeit das Juz leitet, im Bereich der Gleichstellungsbeauftragten ein Büro im Rathaus. Für Veranstaltungen stünde gegebenenfalls das Sitzungszimmer des Bürgerhauses zur Verfügung und auch die Kirchengemeinde habe laut Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke bereits Unterstützung zugesagt. Das kirchliche Gemeindehaus könne genutzt werden. „Wenn man überlegt, dass das Juz im Rahmen der Konsolidierungsgespräche vollkommen auf der Kippe stand, ist das eine sehr gute Lösung“, betonte Franke.

Finanziert würde die neue Stelle aus zwei Töpfen: Die Personalkosten teilen sich Kirche und Gemeinde. Für beide fallen im Jahr 12 000 Euro an, um Eggeling für seine Jugendarbeit zu entlohnen – das entspricht einer halben Stelle (20 Stunden). Bisher wird das Juz von zwei Mitarbeitern mit jeweils einer halben Stelle betreut. Zudem zahlt die Gemeinde einen Sachkostenzuschlag von 6000 Euro im Jahr.

Bisher wurde das Jugendzentrum im Auftrag der Gemeinde von dem Lüneburger Herbergsverein betrieben. Dieser Vertrag soll, wenn der Gemeinderat der Empfehlung des Fachausschusses folgt, fristgerecht zum 30. Juni mit Wirkung zum 31. Dezember gekündigt.

Eggeling würde dann zum 1. Januar 2014 im Rathaus seine Arbeit aufnehmen, angestellt wird er beim Herbergsverein. Das Jugendzentrum würde geschlossen „und im idealen Falle zum Verkauf angeboten“, wie der Verwaltungschef ausführte.

Neben der räumlichen beinhaltet die empfohlene Variante auch inhaltliche Veränderungen: So ist beispielsweise die Gründung eines Jugendparlamentes, wie es in der Kurstadt Bad Bevensen bereits besteht, im Gespräch. Mindestens eines der beiden Angebote, die derzeit vom Team des Juz für die Grundschule Bienenbüttel organisiert werden, soll erhalten bleiben. „Ich würde mir auch eine engere Verzahnung mit dem sozialen Dienst wünschen“, sagte Franke.

Im Jugendzentrum in Bienenbüttel wechselten in den vergangenen Jahren häufig die Leitungen. Die Besucherzahlen waren unbeständig (die AZ berichtete). „Das Juz wird im Zuge der Umstellung auf die Ganztagsschule nicht mehr so wahrgenommen“, nannte Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Braunholz (Kommunalpolitische Alternative) einen Grund für die Schwankungen.

Bevor die Empfehlung des Fachausschusses umgesetzt werden kann, muss sie von der Mehrheit des Gemeinderates in Bienebüttel mitgetragen werden.

Von Wiebke Brütt

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