„Das ist quasi ein Job“

Joline Heitmann (16) aus der Gemeinde Bienenbüttel startet Modell-Karriere

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Die 16-Jährige, die gerade ihren Schulabschluss gemacht hat, startet ihre Karriere als Fotomodel. Entdeckt wurde sie in Hamburg. Der Agenturchef sprach sie auf der Straße an.

Bienenbüttel. 84 – 59 – 89, viel mehr als die Traummaße braucht die Agentur nicht, um Joline Heitmann zu charakterisieren.

Model Joline Heitmann (16) aus der Gemeinde Bienenbüttel: „Immer man selbst zu sein, ist das Wichtigste.“ Um die Figur braucht sie sich keine Sorgen zu machen – sie ist aktive Sportlerin.

Die 16-jährige Blondine aus einem Ort in der Gemeinde Bienenbüttel freut sich auf das, wovon angeblich viele Mädchen träumen: eine Karriere als Fotomodel. Eigentlich ist Joline ein ganz normales Mädchen, das gerade an der KGS Bad Bevensen seinen Realschulabschluss gemacht hat. Irgendwann lief Joline in Hamburg dem Inhaber der Modelagentur MGM über den Weg. „Ich war auf Anhieb begeistert von ihr, denn sie hat eine wahnsinnig schöne Ausstrahlung, eine perfekte Figur mit einer guten Körperspannung, schöne Haare und ein ebenes Gesicht“, berichtet MGM-Chef Marco Sinervo. Die Bilder zeigen die 16-Jährige mal verträumt, mal mit Schmollmund. Mal steht sie im Sommerkleidchen vor einem alten Bulli, mal räkelt sie sich lasziv im Bikini – je nachdem, wie es Auftraggeber und Fotograf wollen. „Man muss sich immer überwinden. Das ist quasi ein Job“, sagt Joline nüchtern.

Dabei kommt es ihr zugute, dass sie in Hamburg die Schauspielschule besucht. Schon in der Schule war Joline in der Theater-AG, schauspielern muss sie auch vor der Kamera. „Ich fand es immer gut, dass man in verschiedene Rollen schlüpft. Und man lernt viel über sich selbst und seinen Körper“, erzählt sie. Diese Erfahrung lässt sich auch auf die Arbeit als Model übertragen. Mit einem Unterschied, der Joline wichtig ist: „Immer man selbst zu sein, ist das Wichtigste.“

Die Agentur MGM vertritt Models ab dem Alter von 15 Jahren. Aufnahmen in Bikini oder Wäsche werden erst ab 16 gemacht, teilt MGM-Chef Sinervo mit. Joline hat jedenfalls kein Problem, Haut zu zeigen: „Für mich ist das wie im Bikini. Damit laufe ich auch am Strand rum“, sagt sie. „Außerdem sind alle Leute nett zu mir, sogar die Frauen.“ Auch ihre Mutter Gabi Heitmann (43) hat kein Problem damit. Schließlich sei Joline als Leistungssportlerin schon in jungen Jahren im Zweiteiler angetreten. Nur Pelzwerbung und Nacktaufnahmen hat sie ausgeschlossen. Und die Schule hatte Vorrang.

Ein Shooting dauert drei bis vier Stunden, davon allein bis zu eine Stunde bei der Visagistin. Die Posen schaut sich die 16-Jährige von anderen Models ab. Ein Casting im Februar in Miami Beach wird Joline nicht so schnell vergessen. Immerhin ging es um die Wäschemarke Victoria’s Secret. Doch der Fotograf schickte sie erstmal weg. „Er sagte, ich sehe aus wie ein Weißbrot. Dann durfte ich mich an den Strand legen.“ Auf das Ergebnis wartet sie noch.

Um das Kapital eines Models, die gute Figur, macht sich Joline keine Gedanken. Fitness-Studio oder Diät? Nicht nötig. „Ich esse viel“, sagt das Nachwuchs-Model. „Durch Sport mache ich das wieder wett.“ Immerhin ist die 16-Jährige begeisterte Triathletin. Sie läuft, schwimmt und fährt in Wettkämpfen Rad. 2012 holte sie den Bezirkstitel beim Crosslauf in Uelzen.

Jetzt wartet die Sportlerin auf Aufträge. Illusionen über die ganz große Karriere macht sie sich nicht. Im August beginnt sie eine Ergotherapie-Ausbildung. Das Schulgeld will sie sich mit ihren Model-Aufträgen verdienen.

Von Gerhard Sternitzke

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