Gemeinde Bienenbüttel ermöglicht im Steddorfer Baugebiet ausdrücklich auch Stadtvillen

„Jeder soll bauen, wie er will“

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Auch im Grünhagener Stadtkamp sind mehrere Stadtvillen entstanden. Das soll auch in Steddorf möglich sein.

Bienenbüttel/Steddorf. Viele wollen Bienenbütteler werden, aber nicht jeder wird genommen.

Bevor überhaupt das Land abgesteckt ist, bevor Planierraupen die Baustraßen abschieben, bevor der Bebauungsplan rechtsgültig ist – haben sich bereits 60 Bauwillige auf einer Liste im Rathaus vermerken lassen, obwohl es überhaupt nur 38 Grundstücke gibt im Baugebiet Wellbruch II zwischen Neu Steddorf und Steddorf. Über das Aussehen der neuen Siedlung diskutierte der Bauausschuss am Montag.

Astrid Pesel

Die Neubürger drängeln. „Ab wann kann man ein Grundstück verbindlich reservieren?“, wollte ein Interessent in der Bürgerfragestunde wissen. Die Gemeinde drückt aufs Tempo. Ab 5. Oktober, kündigte Bürgermeister Dr. Merlin Franke an. Wer zum Zug kommt, entscheidet die Reihenfolge der Liste. Mit anderen Worten: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Ortsplanerin Astrid Pesel wies darauf hin, dass die Bauherren große Freiheiten genießen. Holzhäuser, Mehrfamilienhäuser und sogenannte Stadtvillen mit insgesamt zwei Wohngeschossen sind zugelassen. Gerade daran entzündete sich erneut die Kritik von Reinhard Schelle-Grote, der wenigstens eine Begrenzung der Stadtvillen erwartet hatte. „Es geht um die Beschattung, und unsere Grundstücke sind ziemlich klein“, erklärte der Grünen-Politiker. „Da muss doch die Ge- meinde sagen: Das wollen wir nicht.“

„Niemand ist gezwungen, zweigeschossig zu bauen“, entgegnete Franke. „Aber wir wollen ihm die Möglichkeit geben. Faktum ist, dass es nachgefragt wird.“ Am Ende wurde der Entwurf für die Bebauung erneut mehrheitlich bei einer Gegenstimme von Schelle-Grote bestätigt. Der Entwurf kann nun öffentlich ausgelegt werden.

Umstritten ist, ob die zweistöckigen Häuser, wie sie zum Teil auch im Stadtkamp in Grünhagen errichtet wurden, ins Dorf passen. „Gegenüber der neuen Straße haben wir alte Häuser“, gab Arnold Witthöft (SPD) zu bedenken. „Als Neu Steddorfer sehe ich doch ein Problem mit den Stadtvillen direkt an der Straße.“

Dagegen hielt Karl-Heinz Braunholz: „Im alteingesessenen Dorf würde ich das auch anders sehen, aber in einem solchen Baugebiet sollten wir den Bauherren keine Vorschriften machen“, betonte der KA-Politiker. „Jeder soll bauen, wie er will.“ Die vorgesehenen Pflanzstreifen würden die Neubauten bald verschwinden lassen.

Von Gerhard Sternitzke

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