Mit der Ruhe ist es vorbei

Hohenbosteler Bürger wehren sich gegen ein neues Baugebiet

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Wo jetzt noch Getreide am Ortsrand von Hohenbostel steht, plant die Gemeinde Bienenbüttel ein Baugebiet. Dagegen laufen die Bürger Sturm.

Bienenbüttel/Hohenbostel. Sie sind vor Jahren aufs Dorf gezogen, um Ruhe und Natur zu finden. Jetzt plant die Gemeinde Bienenbüttel im Ortsteil Hohenbostel ein Baugebiet für etwa 40 bis 50 Häuser im Kluesfeld. Die Hohenbosteler laufen gegen das Vorhaben Sturm.

Am Dienstagabend machten 35 Bürger im Bienenbütteler Bauausschuss ihrem Unmut Luft.

Von einem Baugebiet „von riesigen Ausmaßen“ spricht Anwohner Reiner Stefan. „Das bedeutet, den Charakter Hohenbostels massiv zu verändern – bis ins Unerträgliche. Das bedeutet Flächenversiegelung in einem Ausmaß, das wir nicht wollen.“ Andere Anwohner warnen vor zusätzlichem Autoverkehr.

Kritisiert wird auch, dass die Bürger vorher nicht informiert wurden, dass der Ausschuss an diesem Tag einen Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans für die Fläche am nördlichen und östlichen Rand Hohenbostels fassen sollte. „Ist es angemessen, nicht vorher zu informieren und einen Diskussionsprozess anzustoßen, ob wir so etwas in Hohenbostel überhaupt wollen?“, fragt Reiner Stefan. Nur die unmittelbaren Anlieger sind von der Gemeinde angeschrieben worden.

Der Unmut der Bürger hat schon die Kommunalpolitiker erreicht. Auf Antrag von Mathias Jeßen (KA) wird die Entscheidung zunächst ohne Diskussion vertagt. Es bestehe noch Beratungsbedarf.

Bürgermeister Dr. Merlin Franke (CDU) wirbt um Verständnis dafür, dass die Gemeinde Bienenbüttel dringend neues Bauland sucht, um Neubürger zukünftig nicht abweisen zu müssen. Und er gibt zu bedenken: „Sie wohnen selbst in einem solchen Gebiet, das einmal entstanden ist.“

Von Gerhard Sternitzke

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