Pläne für Baugebiet Klusfeld: Bürgermeister wendet sich mit sechsseitigem Schreiben an die Bürger

Hohenbostel als „Zwischenschritt“

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Viele Bürgern sind die Pläne der Gemeinde Bienenbüttel für neues Bauland am Rand von Hohenbostel ein Dorf im Auge. Hier sollen knapp 50 Grundstücke ausgewiesen werden.

Hohenbostel. Merlin Franke verfolgt seinen Plan weiter. Am Rand von Hohenbostel soll ein neues Baugebiet entstehen.

Während sich die Ratsfraktionen nach Bürgerprotest aus dem Dorf vertagt haben, hat der Bürgermeister jetzt die Dorfbewohner in einem sechsseitigen Schreiben über das Vorhaben informiert. Erstmals nennt Franke dabei auch eine Größenordnung: Knapp unter 50 Bauplätze sollen im Anschluss an das Klusfeld entstehen.

Mit seinem Infoschreiben reagiert Franke auf die scharfe Kritik von Bürgern im Bauausschuss, sie seien nicht rechtzeitig und umfassend informiert worden (AZ berichtete). Dies holt er nun um so ausführlicher nach, um fehlenden Informationen und „falschen Gerüchten“ entgegenzutreten. Seine Zielrichtung: Um Verständnis zu werben für die übergeordneten Belange der Gemeinde Bienenbüttel.

Die Ausweisung des Baulands in dem Dorf sieht Franke als „Zwischenschritt“, bis ein Arbeitskreis ein Konzept für die langfristige Entwicklung der Gemeinde entwickelt hat. Das dauere voraussichtlich zwei bis drei Jahre. In dieser Zeit müsste die Gemeinde Bauwillige abweisen. In Hohenbostel seien der Gemeinde Flächen angeboten worden, für weitere wolle man sich durch die Änderung des Flächennutzungsplans ein Vorkaufsrecht sichern.

„Um allerdings das umfangreiche gemeindliche Angebot dauerhaft für die Zukunft aufrecht erhalten zu können wie beispielsweise eine vielfältige Geschäftswelt, unser Freibad, die Kindertagesstätten, unsere Grundschule, den Bahnhof und so weiter, ist es notwendig, die Einwohnerzahl der Einheitsgemeinde Bienenbüttel konstant zu halten beziehungsweise im Idealfall leicht und kontrolliert zu steigern“, heißt es in dem Infoschreiben.

Ausführlich geht Franke auf die Einflussmöglichkeiten der Bürger ein. „Sie als Bürger können sich im Verfahren zweimal direkt beteiligen, indem Sie Ihre Anregungen einbringen und Stellungnahmen verfassen!“, schreibt der Bürgermeister – nämlich in der frühzeitigen Bürgerbeteiligung und bei der Auslegung eines Bebauungsplans.

Bei den Hohenbostelern bleiben die Zweifel. Anwohner Reiner Stefan lobt zwar, der Bürgermeister habe den formalen Ablauf des Verfahrens gut beschrieben. „Er hat aber nicht aus den Einwänden gelernt, die inzwischen gegen das Baugebiet erhoben wurden“, so Stefan. „Die Hohenbosteler möchten qualitatives Wachstum, nachdem sich schon ein Baugebiet an das andere fügt. Es geht hier zunächst darum, das alte Dorf und die bisherigen Baugebiete intern zu entwickeln, zu verbinden und zu beleben.“

Von Gerhard Sternitzke

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