Bienenbüttel: Menschen spenden für Flutopfer / Elektrogeräte und Renovierungsmaterial benötigt

Hilfe in Kartons und Tüten

„Voll bis oben hin“: Im Geräteschuppen von Rebekka Dittrich (rechts) stapeln sich Tüten und Kartons voller Sachspenden für die Hochwasser-Opfer. Gespendet hat auch Alexandra Meyer. Foto: Ph. Schulze

Bienenbüttel. Rebekka Dittrich ist überwältigt. Drei Tage lang hat die Bienenbüttelerin, wie berichtet, zusammen mit Nicole Jozic für die Hochwasser-Opfer gesammelt – und dabei große Hilfsbereitschaft erfahren.

Kleidung, Hygiene- und Haushaltsartikel, Tiernahrung und sogar eine neue Sofacouch haben Bewohner des gesamten Landkreises ins Steddorfer Gemeindehaus gebracht. Am Freitagnachmittag, berichtet Dittrich, sei das Gebäude bereits aus allen Nähten geplatzt, sodass das Helfergespann kurzfristig private Lagerräume organisieren musste.

„Mein Geräteschuppen ist voll bis obenhin“, staunt die Bienenbüttlerin – und das, obwohl sie am Wochenende bereits einen Teil der Sachspenden zum Sammellager nach Tangamünde gebracht habe. Von dort aus werden Bewohner der Hochwassergebiete in Fischbeck und Schönhausen mit den Hilfsgütern versorgt. Das Problem: „Das Lager kann vorerst keine Sachspenden mehr annehmen, weil jeder Winkel zugepackt ist“, sagt Rebekka Dittrich.

Die Spenden landen trotzdem dort, wo Not am Mann ist. Im Internet ist Rebekka Dittrich auf einen Hilferuf aufmerksam geworden: Breitenhagen, ein Ortsteil der Stadt Barby in Sachsen-Anhalt, sei „komplett in Vergessenheit geraten“, habe es darin geheißen. Der nächste Hilfsgütertransport wird also mit einem geliehenen Lkw W in eine Lagerhalle im Salzlandkreis gebracht.

Sachspenden, weiß die Initiatorin der Hilfsaktion, würden dort nach wie vor gebraucht – und darum wissen auch die Bewohner des Landkreises Uelzen: „Mindestens 150, wenn nicht sogar 200 Leute haben gespendet“, schwärmt Dittrich. Manche seien sogar gleich mehrmals vorbei gekommen, um einen Beitrag zur Flutopfer-Hilfe zu leisten. Mit Bildern und Berichten aus Fischbeck informierten die Helferinnen über die Lage im Hochwassergebiet. Dittrich: „Da sind auch Tränen geflossen.“

Was die Flut-Opfer jetzt vor allem benötigen? Elektrogeräte und Materialien zur Hausrenovierung, weiß die Bienenbüttelerin aus Gesprächen mit Betroffenen und organisierte vergangenen Donnerstag spontan einen weiteren Spendentermin – dieses Mal in ihren eigenen vier Wänden. Sie hofft, damit den Menschen an der Elbe in den Wochen nach der Katastrophe eine Hilfe zu sein.

Wer ebenfalls noch Sachspenden abgeben möchte, kann sich unter dem Stichwort „Hochwasser Niedersachsen“ via Facebook über weitere Annahmetermine in der Region informieren. Die Administratoren der Seite geben auch Auskunft über die aktuelle Lage in den Elbe-Gebieten und organisieren Hilfsaktionen vor Ort.

Von Anna Petersen

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