Vollblutmusiker spielt und singt in Bienenbüttel die Klassiker von Billy Joel und Elton John

Heimspiel für Mathias Bozó

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Mathias Bozó liebt seinen Job. In der Bienenbütteler Markthalle präsentiert der Vollblutmusiker ein Konzert mit vielen Emotionen.

Bienenbüttel. Mathias Bozó liebt seinen Job. Er liebt ihn so sehr, dass er ihn wach hält, wenn andere schlafen, und manches Mal sogar zu Tränen rührt.

Nicht unbedingt an solchen Abenden, an denen der Vollblutmusiker, wie jetzt in Bienenbüttel, vor großem Publikum spielt – sondern vielmehr dann, wenn er allein an seinem Klavier sitzt und mit Balladen von Billy Joel, seinem Idol, musikalisch durch die friedliche Ruhe Bienenbüttels schreitet.

Mit Billy Joel, der – fragt man Bozó – nicht bloß tolle Melodien im Programm hat, sondern auch „ganz große Gefühle“. Billy Joel, der New Yorker Sänger und Pianist, mit dem sich Bozó auf schwer zu beschreibende Weise verwandt fühlt. „Er hat eben einen Arsch in der Hose beim Musik machen“, lautet ein Versuch Bozós, seine Begeisterung in Worte zu packen.

Da hat er soeben das letzte Notenblatt vor der Pause zu Boden gleiten lassen. Mit rasantem Tempo und geschlossenen Augen waren Bozós Hände zuvor für Elton Johns „Pinball Wizard“ über die Tasten seines Yamaha-Keyboards geflogen – und die Noten schon hier fast vom zitternden Ständer. Es hatte ihm die Röte ins Gesicht getrieben, als er mit seiner kräftigen, markanten Stimme die bekannten Zeilen Sir Eltons sang – für alle, die in die Bienenbütteler Markthalle gekommen waren, um dessen und eben auch Billy Joels Klassikern zu lauschen.

An dieser Stelle wird es kompliziert: Elton John, glaubt Bozó, könnte so etwas wie Joels Vorbild gewesen sein – zählt aber nicht unbedingt zu den wichtigsten des Bienenbüttelers. Nicht einmal, als der Weltstar im Sommer in Uelzen sang, war Bozó dabei. „Das ist speziell bei den Beiden. Solche Entsprechungen finde ich sonst bei Keinem“, erklärt der Profi. So schafften es auch Eltons Titel in sein Programm, weil sie musikalisch perfekt hinein passen – und außerdem stellt Bozó klar: „Ich habe Respekt vor Leuten, die gute Songs schreiben und authentisch mit der Realität umgehen.“

Die Realität: An diesem Abend ist sie laut und intensiv. Es sind Emotionen im Spiel – nicht nur, weil die Songs darauf angelegt sind, sondern weil Bozó in seinem eigenen Wohnort spielt, Freunde und Bekannte gekommen sind. In die Gemeinde hatte es den 46-jährigen Ex-Lüneburger vor rund sieben Jahren gezogen, weil er einen bezahlbaren Wohnort gesucht hatte, „wo ich Tag und Nacht Musik machen kann“.

In Bienenbüttel kann er das – besser noch vor Publikum, meint man aus den Stimmen derer zu hören, die bei Joels „The Longest Time“ mit einstimmen. Es besteht in diesem Augenblick kein Zweifel daran: Mathias Bozó liebt seinen Job.

Von Anna Petersen

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