Beide Wege im Forellenbachtal unterbrochen / Gemeinde Bienenbüttel übernimmt Eitzener Kirchsteig

Grünhagener warten auf die Brücke

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Nur noch die Fundamentpfähle ragen aus dem Forellenbach. Die Brücke im Eitzener Kirchsteig ist abgerissen. Ein wichtiger Spazierweg der Grünhagener ist unterbrochen.

Grünhagen. Waldeinsamkeit am Forellenbach bei Grünhagen. Von Ferne trompeten die Kraniche. Umgestürzte Bäume im Naturwaldreservat. Der Eitzener Kirchsteig ist bei den Grünhagenern als Spazierweg beliebt. Im Moment endet er am Bach.

Die kleine Holzbrücke ist abgerissen, nur die Fundamentpfähle ragen noch aus der Strömung. Der Ersatz steht aus. Ein unbefriedigender Zustand für die Dorfbewohner.

Schilder weisen auf herabfallende Äste hin.

„Es kann ja nicht sein, dass beide Brücken abgerissen werden, und das Konzept ist noch nicht klar“, ärgert sich Ortsvorsteher Andreas Feige. Und er fügt hinzu: „Man hätte noch acht Wochen warten können.“ Ersatz ist jedoch geplant. Nach Feiges Auskunft ist bereits ein Holzbaubetrieb beauftragt, eine neue Querung in Holz-Metall-Mischbauweise zu errichten. Zuvor hat es mehrere Ortstermine zwischen den Landesforsten, Bürgermeister und den Ortsvorstehern aus Grünhagen und Eitzen I gegeben. Ergebnis: Die Gemeinde Bienenbüttel übernimmt den Eitzener Kirchsteig, auf dem früher die Eitzener und Beverbecker zum Gottesdienst gingen. Damit trägt sie zukünftig auch die Kosten für die Brücke und für die Beseitigung von umgestürzten Bäumen. Im vorigen Jahr hatte die Revierförsterei letztmals abgestorbene Eschen gefällt.

Im Wald dürfen die gefallenen Riesen bleiben, denn das 3,8 Hektar große Forellenbachtal ist bereits seit Jahrzehnten ein Naturwaldreservat, in dem die Motorsäge schweigt. Die Natur kann sich ohne menschliche Beeinflussung entwickeln. Das bedeutet auch Einschränkungen für die Grünhagener. Die zweite Brücke wird nicht mehr aufgebaut, weil sie durch den Kern des Reservats führt. Zwei ausgeschilderte Radrundwege sind dadurch dauerhaft unterbrochen.

„Wir wollten eigentlich auch unsere Paulibrücke erhalten“, sagt Ortsvorsteher Feige. Immerhin sei der Weg über den Eitzener Kirchsteig zwei Kilometer länger – eine Distanz, die manchen älteren Grünhagener aus dem Naturwald ausschließt. „Für die älteren Grünhagener war es eine Selbstverständlichkeit, dass es die Brücke gibt.“ Die Landesforsten hätten ausschließlich aufgrund von versicherungstechnischen Gründen entschieden. Aus Sicht der Dorfbewohner hätten Hinweisschilder ausgereicht, so Feige. Schließlich wisse, wer in den Wald gehe, dass mal ein Ast herunterfallen könnte. Die Warnschilder hat das Forstamt dennoch am Rand des Forellenbachtals aufstellen lassen, auch vor dem Eitzener Kirchsteig.

Wir haben keine Handhabe“, bedauert Feige. „Die Forstverwaltung entscheidet.“

Von Gerhard Sternitzke

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