Großes Angebot beim Staudenmarkt der Landfrauen Bienenbüttel / Staunen über Oldtimer-Trecker

Gottesäuglein und Indianernessel

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Kürbisse in ungewöhnlichen Formen gab‘s bei den Landfrauen Doris Meyer, Anne Paeper, Dorothee Sannis und Heike Meyer (von links).

Bienenbüttel. Monatelang vermieste er einem die Stimmung durch schiere Abwesenheit, jetzt scheint sich der Sommer gar nicht mehr verabschieden zu wollen: Bei sonnigen 25 Grad feierten die Landfrauen Bienenbüttel gestern mit ihrem traditionellen Staudenmarkt vor der örtlichen Markthalle den Herbstanfang, der bis dato nur auf dem Papier existierte.

Das Angebot an Stauden und anderen Pflanzen war groß und kam bei den Besuchern gut an.

Sie heißen Frauenmantel, Gottesäuglein, Indianernessel oder Jakobsleiter und haben doch alle eines gemeinsam: Sie sind mehrjährige, krautartige Gewächse, die nicht verholzen und sich hervorragend als Zier-, aber auch als Nutzpflanze eignen. So gehören etwa Erdbeeren und Rhabarber ebenfalls zu den Staudengewächsen. „Was im Winter oben abfriert, schneidet man zurück, die unterirdischen Pflanzenteile wie Zwiebeln oder Knollen breiten sich aus und vermehren sich oft sogar“, erklärt Doris Meyer, langjährige Vorsitzende der Landfrauen Bienenbüttel.

Stolz präsentierte Eckhard Geffert aus Melbeck seinen roten Oldtimer-Trecker der Marke Porsche.

Selbst einen häufigen Ortswechsel vertragen die robusten und pflegeleichten Gewächse problemlos, einige verlangen sogar danach: „Manche Stauden werden standortmüde und sollten umgesetzt werden – nur die Pfingstrose, die mag das gar nicht“, weiß die Landwirtin.

Und welche eignet sich am besten für einen kleinen Heidegarten? „Die Heidenelke in Pink ist da zum Beispiel sehr schön, aber es gibt so viele Arten, da muss man manches einfach mal ausprobieren“, rät Anne Paeper, ebenfalls aktive Landwirtin und zweite Vorsitzende des 170 Frauen starken, bereits 1947 von Frieda Harms, Mia Meyer und Martha Jarfe gegründeten Vereins.

Nicht nur Staudenpflanzen, sondern auch Kürbisse standen hoch im Kurs.

Während die „Frauen auf dem Land“, wie sie sich heute aufgrund der längst nicht mehr nur bäuerlich geprägten Vereinsstruktur nennen, also reihenweise ihre Stauden und Kürbisse verkauften, präsentierten im Innenhof der Markthalle die Freunde alter Trecker ihre Schätzchen. Wie etwa Eckhard Geffert aus Melbeck, der sich mit seinem liebevoll restaurierten rot lackierten Porsche Junior Diesel 108 KH mit 14 PS und Turbo-Kupplung von 1959 einen lang gehegten Traum erfüllt hat: „Den habe von der Nordseeküste geholt, er wurde dort bei der Obst- und Kohlernte in Dithmarschen eingesetzt.“ Betrug der damalige Kaufpreis gerade mal 5400 Mark, musste Geffert für sein Exemplar einen fünfstelligen Euro-Betrag auf den Tisch legen: „Ja, es ist schon ein teures, aber doch auch sehr schönes Spielzeug.“

Von Marcus Kieppe

Großes Angebot beim Staudenmarkt Bienenbüttel

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