Kreisjägermeister hat einfache Idee gegen streunende Katzen / Kein Verständnis bei Tierschützerin

Ein Glöckchen für Minka

+
Laut Jagdgesetz dürfen Jäger wildernde Katzen, die sich 300 Meter vom nächsten Wohnhaus befinden, abschießen. Kreisjägermeister Hellbrügge rät, den Katzen Glöckchen umzuhängen.

Bornsen. Wenn Minka oder Felix auf Tour geht, kann es für die geliebte Schmusekatze schnell gefährlich werden. Denn die Jäger sehen sie überhaupt nicht gern in der Natur. Der Gesetzgeber hat sie in diesem Fall mit der Lizenz zum Töten ausgestattet.

„Die Jagdschutzberechtigten sind in ihrem Jagdbezirk befugt, . . . wildernde Hunde zu töten. . . wildernde Hauskatzen, die sich mehr als 300 Meter vom nächsten Wohnhaus entfernt befinden. . . zu töten. “ So steht es in Paragraf 29 des Niedersächsischen Jagdgesetzes. Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge hat eine schmerzfreie Alternative.

Katzen vertragen Glöckchen nicht, sagt Kristin Zangi.

„Jeder hängt an seiner Katze. Das wissen alle“, sagt der Bornsener. Auf der anderen Seite hätten wildernde Katzen nichts in der Natur zu suchen. „Wenn man weiß, wie viele Vögel Katzen fangen“, gibt er zu bedenken. Sogar frische Rehkitze können den Stubentigern nach seinen Worten zum Opfer fallen, wenn die Mutter gerade auf der Nahrungssuche ist. Gezielte Schüsse auf die Räuber sorgen dennoch immer wieder für Empörung unter Tierfreunden. Jährlich 350.000 Katzen werden im Jahr von deutschen Jägern getötet, behauptet die Tierschutzorganisation Peta, Spiegel online nennt eine Zahl von 100.000. Eine Meldepflicht gibt es nicht. Im Streckenbericht tauchen sie nicht auf.

Leserbriefe zum Thema

Katzen, die Sauen reißen...

Jeder Stubentiger geht auf Raubzug

Trotzdem zielen die Jäger nur noch selten auf Katzen, meint Hellbrügge. Ein Grund: Viele Katzen werden frühzeitig kastriert, eine unkontrollierte Vermehrung findet nur noch selten statt. Und die Jäger nehmen Rücksicht auf ihre Nachbarn. „Wir haben im Dorf schon seit drei, vier Jahren keine Katzen mehr geschossen, weil wir wussten, dass die vom Nachbarn sind“, berichtet der Kreisjägermeister. [...]

Von Gerhard Sternitzke

Der komplette Artikel steht heute in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe.

Kommentare