„Moritz“-Wirtin wird ab Sommer nicht mehr öffnen / Nachfolge ungewiss

Gasthaus schließt: „Das tut weh“

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Im Sommer will die Betreiberin des Gasthauses Moritz aufhören. Für Vereine und Verbände wird es damit schwer, einen Platz zum Feiern zu finden.

Bienenbüttel. Das Gasthaus Moritz wird voraussichtlich im Sommer schließen. Die Geschäftsführerin Monika Behrens bestätigt auf AZ-Nachfrage, dass sie den Betrieb noch bis zum 30. Juni weiterführen wird, dann aber ihre 24 Jahre dauernde Arbeit in dem historischen Haus aus persönlichen Gründen beenden wird.

„Das tut weh“, sagt dazu Peter Dittrich, Vorsitzender der Wirtschafts- und Tourismusgemeinschaft Bienenbüttel (WTG). Zwar habe das Gasthaus für den Tagestourismus wenig Bedeutung gehabt, er bedauert die Schließung vor allem aber wegen der regelmäßigen Veranstaltungen, die die Vereine und Verbände in dem Haus geplant hatten, die ab Juli dann nicht mehr stattfinden können. „Da entsteht ein großes Loch. Und es wird schwierig werden, etwas Neues zu finden“, sagt er.

Nun gebe es auch andere Lokalitäten, erklärt Dittrich: Da sei das Hotel „Zur alten Wassermühle“ – dort würden Veranstaltungsräume sehr schön hergerichtet, für manche Veranstaltung seien sie aber nicht groß genug. Die Ilmenauhalle bietet zwar viel Platz – „Aber da fehlt natürlich das Flair, das ist in so einem Ort wie dem Gasthaus Moritz mit nichts zu vergleichen und durch nichts zu ersetzen.“

Ein, wie Dittrich es sagt „großes Loch“ entsteht beispielsweise für die Schützengilde. Deren Vorsitzende Rainer Stolze, zählt die großen Veranstaltungen auf: Zapfenstreich, Kinderschützenfest, viele Königsfrühstücke, das Wintervergnügen – alles fand im „Moritz“ statt, das Lokal ist außerdem Stammlokal der Schützenkompanie und des Schwarzes Korps. Außerdem, so Stolze, fänden dort viele Hochzeiten statt. „Der Kuppelsaal macht den Reiz aus, und die gute Bewirtung, das passt zusammen“, sagt er. Nun blieben ab Sommer nicht mehr allzuviel Alternativen: Das Hotel „Zur Alten Wassermühle“ und die Ilmenauhalle „Dann war’s das auch“, meint er. Natürlich könne man die Ilmenauhalle auch schön schmücken, aber es fehle das Ambiente des Kuppelsaals. „Wir sind gerade am überlegen, wie wir ausweichen“, sagt Stolze, aber bisher ohne klaren Erfolg. „Für uns geht ein Stück Geschichte verloren“, so Stolze.

Dittrich verweist auf andere Lokale: Das Café Hedder hat vor Jahren geschlossen, das Bahnhofsgebäude ist seit vielen Monaten ungenutzt, und das Marktcenter war für einige Tage wegen eines Betreiberwechsels geschlossen. „Die Luft wird dünner“, meint der WTG-Vorsitzende. Monika Behrens vom Gasthaus Moritz, erklärt, dass man bereits zu verkaufen versuche, bisher noch ohne Erfolg. Und Dittrich meint: „Wenn Sie so etwas betreiben wollen. Da allein wirtschaftlich überleben zu können, das ist sehr sehr schwer“. Dennoch habe er Hoffnung, so Dittrich. Die sterbe zuletzt. Und noch, betont die Gastwirtin Behrens, sei offen. Bis zum 30. Juni sei ganz normal geöffnet.

Das Gasthaus „Moritz“ ist eines der ältesten in Bienenbüttel. Darin befand sich bis 1795 die alte „Vogtei“. Damit war ein Verband von Höfen gemeint, der durch einen vom Grundherren eingesetzten Meier verwaltet wurde.

Von Kai Hasse

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