Neue Ermittlungen im Fall Birgit Meier

Friedhofsgärtner aus Lüneburg ein Mehrfach-Mörder? Verdächtiger bringt sich um

mdk/dpa Lüneburg. Der Fall liegt schon fast 30 Jahre zurück und nimmt jetzt scheinbar eine neue Wendung. Im Sommer 1989 verließ die damals 41-jährige Birgit Meier ihre Wohnung in Brietlingen-Moorburg und gilt seither als vermisst. Jetzt hat sich ein damals 40-jähriger Verdächtiger das Leben genommen.

Durch die Polizei Lüneburg wurden unmittelbar nach dem Verschwinden von Birigt Meier umfangreiche Ermittlungen gestartet. Unter anderem auch eine Fahndung in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY-ungelöst". Hinweise zu ihrem Aufenthaltsort oder die Umstände ihres Verschwindens ergaben sich damals jedoch nicht. Dies änderte sich zunächst auch nicht in den Folgejahren.

Das sollte sich im Spätsommer 2015 ändern: Polizeipräsident Robert Kruse entschloss sich da in enger Abstimmung mit dem Leiter der Staatsanwaltschaft Lüneburg, Gerhard Berger, eine neue Ermittlungsgruppe zur Klärung des Falles einzurichten. Das geschah am 1. September 2015 mit der "Ermittlungsgruppe Iterum" unter Führung des erfahrenen Mordkommissionsleiters Richard Kaufmann aus Rotenburg (Wümme). Der Fall wurde also mit modernen forensischen Beweismethoden neu aufgerollt.

Schnell rückte ein damals 40-jähriger Lüneburger Friedhofsgärtner in den Fokus der Ermittlungen. "Aufgrund der Gesamtumstände war der Mann seinerzeit verdächtig, mit dem Verschwinden von Birgit Meier in Verbindung zu stehen", heißt es in einem Bericht.

Wie die Ermittler jetzt bekannt geben, habe sich der Verdächtige allerdings in der Untersuchungshaft, in der er bereits in anderer Sache einsaß, inzwischen selbst getötet. Und das zu einem Zeitpunkt, als sich der Tatverdacht gegen ihn weiter erhärtet hatte.

Mittlerweile werden auch Verbindungen zu weiteren Tötungsdelikten in der Region in die aktuellen Ermittlungen einbezogen. „Ein möglicher Zusammenhang mit den Göhrdemorden wird mit überprüft“, sagte die Sprecherin. In der östlich von Lüneburg gelegenen Göhrde waren 1989 zwei ermordete Paare entdeckt worden, die Taten blieben bislang ungeklärt. Die Hamburger „Morgenpost“ hatte zuvor über einen möglichen Zusammenhang dieser und weiterer Morde mit dem Verschwinden der 41-Jährigen berichtet.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir am Ende der Ermittlungen klarer sehen, was mit Birgit Meier geschehen ist", zieht Polizeipräsident Kruse ein vorläufiges Fazit.

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