Kleiner Wochenmarkt an der Bahnhofstraße wächst / Stände und Geschäfte ergänzen sich

Flotte Sprüche in Bienenbüttel

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Margrit Weinert (links) kauft auf dem Bienenbütteler Wochenmarkt Zwiebeln. Die neuen Marktbeschicker Sonja Woehl und Andreas Mensing wissen die Lage in der Bahnhofstraße zu schätzen. „Wenn alle Bienenbütteler wieder aus dem Urlaub zurück sind, stehen wir hier vielleicht zu viert.“

Bienenbüttel. Am Fischwagen ist immer eine Schlange. „Und sonst noch?“ Rotbarsch, geräucherter Matjes, Bismarck-Hering, Lachsersatz und Frikadellen gehen über den Tresen des Verkaufswagens. „Für 10 Euro, und dann bist du ruhig“, sagt Arne Konik.

„Fischmann“ Arne Konik kennt seine Kunden. Er steht seit 23 Jahren mittwochs in Bienenbüttel.

Man kennt sich, immerhin steht der Fischmann aus Drögennindorf (Landkreis Lüneburg) schon seit 23 Jahren mittwochs an der Bahnhofstraße. Jetzt wächst der kleine Wochenmarkt, immer mittwochs von 7 bis 12 Uhr, auf drei Stände an.

Am neuen Gemüsestand kommt gestern keiner vorbei. „Probieren Sie mal die dunklen Weintrauben“, lockt Andreas Mensing Passanten an. „Nur für euch eine Kirsche, als Deputat.“ Die Frau probiert. „Mhm!“ Ihr Mann muss bezahlen. Um einen flotten Spruch ist der erfahrene Marktverkäufer aus Bleckede nicht verlegen. „Wenn alle Bienenbütteler wieder aus dem Urlaub zurück sind, stehen wir hier vielleicht zu viert“, prophezeit er. Die Bienenbütteler hätten nichts dagegen.

Birgit Braumann ist regelmäßige Wochenmarkt-Besucherin: „Ich komme hauptsächlich wegen des Bäckers.“

Margrit Weinert kauft Zwiebeln und Nektarinen. Natürlich lässt sie sich auch von der Süße der Weintrauben überzeugen. „Ich war ganz erstaunt, dass hier ein neuer Stand ist“, berichtet sie. Mit dem Angebot des Wochenmarkts – außer Fisch, Obst und Gemüse gibt es auch noch einen Bäckerstand – ist sie zufrieden. Der Markt am Sonnabend auf dem Marktplatz am Rathaus – dort gibt es zwei Stände – ist aus ihrer Sicht weniger attraktiv: „Da müssen die Leute erst runtergehen“, gibt die Rentnerin aus Bienenbüttel zu bedenken.

Birgit Braumann, die gerade einen Kuchen erstanden hat, geht dagegen als Berufstätige in der Regel am Sonnabend auf den Markt, dort gibt es auch Blumen. „Gemütlicher ist es auf dem Rathausplatz“, findet sie. „Ich komme hauptsächlich wegen des Bäckers.“

Sonja Woehl, Eigentümerin des neuen Obst- und Gemüsestands, mit dem sie bislang in Grünhagen an der B 4 stand, weiß die Lage an der Bahnhofstraße zu schätzen. Der Umsatz stimme, Marktstände und Geschäfte ergänzen sich, findet die Uelzenerin, die ihre Ware vom Hamburger Großmarkt und von einem Produzenten im Landkreis Uelzen bezieht. „Hier ist die Ortsmitte, hier wird man besser gesehen“, fasst sie zusammen.

Anna Mehrens: Die Kunden wünschen sich mehr Stände.

Anna Mehrens kennt beide Märkte aus der Bäckerwagen-Perspektive. „Es lohnen sich beide Märkte“, sagt die Verkäuferin. „Aber von den Kunden hört man immer, dass es noch mehr Stände sein könnten.“ Kein Problem mit dem kleinen Angebot hat Andreas Mensing. „Wenn ich als Neuer auf einen Wochenmarkt komme, ist es schwer. Hier hat jeder seine Kundschaft.“

Von Gerhard Sternitzke

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