Lüneburg ist Drehort für eine ganze Serie beim Sender Vox

Fernseh-Alltag in der Tierklinik

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Tierärztin Uta Rönneburg begrüßt Jack auf dem Behandlungstisch. Seit März wird der Alltag in der Tierklinik Lüneburg für die neue Serie „Hautnah: Die Tierklinik“ aufgezeichnet.

Lüneburg/Bienenbüttel. Jack ist lammfromm. Der langhaarige Terrier lässt sich ohne Widerstand auf den Behandlungstisch heben. Er weiß, dass es Tierärztin und Klinikleitererin Uta Rönneburg gut mit ihm meint.

Nur eines ist anders in der Tierklinik Lüneburg: 35 fest installierte Kameras verfolgen Tiere und Ärzte sowie Herrchen und Frauchen bis in den Operationssaal. Die interessantesten Episoden aus dem seit 14. März gedrehten Material werden ab dem 5. September montags bis freitags um 18 Uhr auf dem Privatsender Vox ausgestrahlt. „Hautnah: Die Tierklinik“ lautet der Titel der neuen Serie. Gestern war der 100. Drehtag.

„Es gibt jeden Tag herzbewegende Fälle. Man weiß morgens nicht, was passiert“, sagt Klinikleiter Dr. Dirk Remien – ein Stoff wie gemacht für eine neue Serie. Von trächtigen Hündinnen bis zu gelähmten Katzen – Gefühle garantiert. „Der Anspruch des Menschen ist genauso hoch, als wenn es das eigene Kind wäre“, erzählt der Tierarzt aus Bienenbüttel-Hohenbostel. Wir kämpfen um schwerverletzte Tiere, weil sie das Ein und Alles des Menschen sind.“ Hinzu kommt, dass die Tiermediziner sich in Herrchen und Frauchen vom Gerichtsdirektor bis zum Hartz-IV-Empfänger hineinversetzen müssen.

In einem umfunktionierten Konferenzraum flimmern die Bilder aus den Kameras über die Bildschirme. Vier Operators steuern mit Joysticks die Kameras. Hat ein Kunde der Aufnahme zugestimmt, verfolgen sie Hund und Frauchen, das mit einem Mikrofon ausgestattet wird, in die Behandlungszimmer. 16 Terabyte Datenmaterial entstehen so an einem einzigen Tag. Im Studio in Köln werden sie geschnitten. Welche Fälle fürs Fernsehen interessant sein könnten, entscheidet Regisseur Joachim Steinhauer am Vorabend im Gespräch mit den vier Tierärzten.

Gestellt ist nichts, betont Tierarzt Remien. Szenen würden nicht wiederholt. „Die einzige Anweisung war: Nimm mal die Lampe aus dem Bild!“ An die ständige Präsenz habe man sich gewöhnt, bestätigt auch seine Kollegin Uta Rönneburg. „Das vergisst man total.“

Producer Jan Biekehör vom Fernsehsender Vox hat sich für die Tierklinik Lüneburg entschieden, weil dort bereits mehrfach für die Serie „Menschen, Tiere, Doktoren“ gedreht wurde. „Das Team hatte schon Erfahrung mit dem Fernsehen. Die wussten, was auf sie zukommt.“ Und die Tierklinik bietet Stoff genug für viele Folgen. Pro Tag behandeln die Tierärzte 120 bis 150 tierische Patienten. Ein Millionenpublikum ist ihnen garantiert.

Von Gerhard Sternitzke

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